Der clevere Klon – Fahrbericht: Mazda2 Hybrid

Von Peter Eck, SP-X
Mazda hat die Hybridversion des Kleinwagens Mazda2 fürs neue Modelljahr überarbeitet
Mazda hat die Hybridversion des Kleinwagens Mazda2 fürs neue Modelljahr überarbeitet Foto: Mazda

Wie teuer darf sparen sein? Beim Mazda2 Hybrid gibt es eine klare Antwort: ziemlich teuer. Aber das hat der Kleinwagen mit anderen Modellen dieser Art gemein. Auch mit seinem Schwestermodell.

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SP-X/Barcelona. Warum muss es eigentlich immer das Original sein? Eine gut gemachte Kopie kann ja auch eine clevere Wahl sein. So wie beim Duo Toyota Yaris und Mazda2 Hybrid – wobei der Toyota in diesem Fall das Original ist. Die im Vergleich zum Branchenriesen deutlich kleinere Marke Mazda sichert sich mit dem Klonmodell einen Zugang zum ausgereiften Toyota-Hybridsystem. Und damit man nicht gleich zum Original greift, platziert Mazda seinen Hybriden preislich leicht günstiger. Das bleibt auch im neuen Modelljahr so, das einige Verbesserungen und kleinere optische Veränderungen sowie eine Neuordnung der Ausstattungslinien mit sich bringt.

Mazda hat die Hybridversion des Kleinwagens Mazda2 fürs neue Modelljahr überarbeitet
Mazda hat die Hybridversion des Kleinwagens Mazda2 fürs neue Modelljahr überarbeitet
Foto: Mazda

Mit dem normalen Mazda2 hat der Hybrid also nichts zu tun. Außen wie innen ist er praktisch ganz Toyota, abgesehen von einigen Mazda-Spezifika, etwa am Kühlergrill und Stoßfänger. Das wird aber nur einen Mazda2-Fahrer verwirren, der gerade vom Normalmodell auf den Hybriden umsteigt. Und dann wahrscheinlich erst mal schlucken muss, denn Mazda ruft einen Basispreis von 24.990 Euro auf. Immerhin noch 510 Euro weniger als der identische Yaris kostet.

Der Vollhybrid kann sparen. Zumindest, wenn man das Fahrzeug angemessen bewegt
Der Vollhybrid kann sparen. Zumindest, wenn man das Fahrzeug angemessen bewegt
Foto: Mazda

Einen Unterschied zwischen Mazda und Toyota gibt es aber: Der Branchenriese behält die die mit 130 PS Systemleistung etwas stärkere Version für sich. Den Mazda gibt es ausschließlich in der Variante mit 85 kW/116 PS, die sich aus der Leistung eines 1,5-Liter-Dreizylinder-Benziners mit 68 kW/92 PS und eines Elektromotors mit 59 kW/80 PS zusammensetzen.

Der Mazda2 ist mit seiner Leistung eher der gemütliche Typ
Der Mazda2 ist mit seiner Leistung eher der gemütliche Typ
Foto: Mazda

Der Mazda2 ist mit seiner Leistung eher der gemütliche Typ, doch wenn man aus den drei verschiedenen Fahrmodi (Eco, Normal und Sport) die dynamische Variante wählt, kommt schon ein wenig Fahrspaß auf. Zumal sich der 2er recht exakt lenken lässt und das Fahrwerk selbst in schnell angefahrenen Kurven mit der überschaubaren Leistung überhaupt kein Problem hat.

Das Fahrwerk hat in schnell angefahrenen Kurven mit der überschaubaren Leistung überhaupt kein Problem
Das Fahrwerk hat in schnell angefahrenen Kurven mit der überschaubaren Leistung überhaupt kein Problem
Foto: Mazda

Über 100 km/h wird es dann etwas zäher. Auch wenn Toyota seine Hybridmodelle immer weiter verbessert: Das stufenlose Automatikgetriebe ist alles andere als sportlich und den bekannten „Gummibandeffekt“ beim Beschleunigen haben die Japaner über einige Hybrid-Generationen zwar reduziert, aber technisch bedingt nie ganz eliminieren können.

Je nach Ausstattung liegt der Normverbrauch um die 4 Liter auf 100 Kilometer. In der Stadt bzw. drumherum sollen sogar W
Je nach Ausstattung liegt der Normverbrauch um die 4 Liter auf 100 Kilometer. In der Stadt bzw. drumherum sollen sogar Werte um die 3 Liter möglich sein
Foto: Mazda

Dafür kann der Vollhybrid sparen. Zumindest, wenn man das Fahrzeug angemessen bewegt. Je nach Ausstattung liegt der Normverbrauch um die 4 Liter auf 100 Kilometer. In der Stadt bzw. drumherum sollen sogar Werte um die 3 Liter möglich sein. Unserer Erfahrung nach kann man in der Praxis rund 4,5 Liter erreichen, wenn man nicht als Verkehrshindernis unterwegs ist, aber auch keine großen Autobahnanteile hat.

Der 2er lässt sich recht exakt lenken
Der 2er lässt sich recht exakt lenken
Foto: Mazda

Platz ist in einem Fahrzeug von 3,94 Metern Gesamtlänge naturgemäß nicht viel vorhanden. Vorne sitzt es sich gut, hinten wird es für Erwachsene arg eng und der Kofferraum fällt mit knapp 290 Litern erwartbar klein aus. Im Gegensatz zum „echten“ Mazda2 ist der Innenraum im Hybriden etwas weniger fein gestaltet. Doch die Verarbeitungsqualität stimmt.

Der Kofferraum fällt mit knapp 290 Litern erwartbar klein aus
Der Kofferraum fällt mit knapp 290 Litern erwartbar klein aus
Foto: Mazda

Und man kann den Japaner ja noch aufrüsten. Nicht weniger als fünf Ausstattungslinien hält Mazda mit dem neuen Modelljahr vor. Von der Basis Prime-Line (24.990 Euro), über die wahrscheinlich im Preis-/Wert-Verhältnis vernünftigste Ausstattung Centre-Line (26.490 Euro) und die noch etwas besser ausstaffierte Exklusive-Variante (28.290 Euro), bis hin zu den Spitzenmodellen Homura (30.490 Euro) und Homura Plus (32.890 Euro). Wer hier etwa noch die Sonderfarbe Northern White oder Formal Red ordert, kommt dann auf knapp 34.000 Euro. Zwar sind da Dinge wie Head-up-Display, Panorama-Glasdach, Navi, Sportsitze und Klimaautomatik mit drin, doch für die meisten Käufer wird der Spar-Spaß wohl schon vorher aufhören.

Die Verarbeitungsqualität stimmt
Die Verarbeitungsqualität stimmt
Foto: Mazda

Für das neue Modelljahr wurde vor allem die umfangreiche Sicherheitsausstattung weiter verbessert. So gibt es jetzt einen proaktiven Fahrassistenten, der vor Kurven oder beim Auffahren automatisch Gas wegnimmt und auch abbremst, und ein sogenanntes Emergency Driving Stop System, welches das Auto im Notfall automatisch sicher zum Halt bringt.

Platz ist in einem Fahrzeug von 3,94 Metern Gesamtlänge naturgemäß nicht viel vorhanden. Vorne sitzt es sich gut, hinten
Platz ist in einem Fahrzeug von 3,94 Metern Gesamtlänge naturgemäß nicht viel vorhanden. Vorne sitzt es sich gut, hinten wird es für Erwachsene arg eng
Foto: Mazda

Wer Spaß am Fahren mit einem Vollhybriden hat, gerne eher gemütlich unterwegs ist, kein Problem mit einem relativ hohen Preis für einen Kleinwagen hat, aber dafür beim Tanken knausern will – für den ist der schmucke Mazda2 Hybrid eine echte Alternative. Immerhin 3.500 Stück wollen die Japaner in diesem Jahr in Deutschland absetzen, was gegenüber 2023 fast eine Verdoppelung wäre.

Für das neue Modelljahr wurde vor allem die umfangreiche Sicherheitsausstattung weiter verbessert
Für das neue Modelljahr wurde vor allem die umfangreiche Sicherheitsausstattung weiter verbessert
Foto: Mazda

Mazda2 Hybrid – Technische Daten:

Das neue Modelljahr bringt für den Mazda2 Hybrid unter anderem kleinere optische Veränderungen
Das neue Modelljahr bringt für den Mazda2 Hybrid unter anderem kleinere optische Veränderungen
Foto: Mazda

Fünftüriger, fünfsitziger Kleinwagen; Länge: 3,94 Meter, Breite: 1,75 Meter, Höhe: 1,51 Meter, Radstand: 2,56 Meter, Kofferraumvolumen: 286 – 935 Liter

1,5-Liter-Dreizylinder-Benziner (68 kW/92 PS) + Elektromotor (59 kW/80 PS), Systemleistung: 85 kW/116 PS, maximales Drehmoment: 120 Nm (Benziner) / 141 Nm (E-Motor), 0-100 km/h: 9,7 s, Vmax: 175 km/h, Frontantrieb, stufenloses Automatikgetriebe, Normverbrauch: 3,8 – 4,2 Liter/100 km, CO2-Ausstoß: 87 – 97 g/km

Preis: ab 24.990 Euro

Kurzcharakteristik:

Warum: sparsam im Verbrauch, lange Garantie, etwas günstiger als der Yaris

Warum nicht: teuer in der Anschaffung, undynamischer Antrieb, wenig Platz im Fond

Was sonst: Honda Jazz, Toyota Yaris, Toyota Yaris Cross sowie die Modellverwandten Renault Clio und Mitsubishi Colt

Peter Eck/SP-X