Archivierter Artikel vom 25.08.2010, 10:20 Uhr

Den kindlichen Bewegungsdrang fördern

Wiesbaden (dpa/tmn). Kinder werden zappelig, wenn sie längere Zeit sitzen müssen. Dann fangen sie an, zu kippeln und auf dem Stuhl herumrutschen – und das sei auch gut so, sagt Dieter Breithecker von Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung.

Denn wenn Kinder sich nicht genug bewegen, gerate die Entwicklung ihrer Sinne und damit ihre gesamte körperliche Entwicklung aus der Balance. Auge und Ohr würden durch die zunehmend multimediale Nutzung zu stark beansprucht, Gleichgewichts- sowie Muskel- und Bewegungssinn dagegen unterfordert. «Das schadet auch der geistigen Entwicklung», warnt der Experte. So wiesen Kinder mit Gleichgewichtsstörungen auch schlechtere Schulnoten auf.

«Die gesunde Bewegungsunruhe während des Sitzens ist also ein Muss», sagt Breithecker. Sie diene dem körperlichen und geistigen «Überleben». «Das wachsende Gehirn unserer Kinder ist unter anderem auf regelmäßige Impulse durch die komplexen Sinneszellen des Körpers angewiesen, nur so können sich Nervenzellen im Gehirn optimal verschalten.» Aus Sicherheitsgründen sollten Kinder aber nicht auf starren Möbeln kippeln. Besser sie nutzen ergodynamische Stühle mit kontrolliert beweglichen Sitzflächen.