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Sotschi

DEB-Frauen vor Olympia-Ouvertüre: «Können nur gewinnen»

dpa

Eigentlich gibt es nichts zu verlieren. Das findet zumindest Maritta Becker vor der Olympia-Ouvertüre gegen Gastgeber Russland. An diesem Sonntag gehen die deutschen Eishockeyspielerinnen um die routinierte Toptorjägerin in Sotschi erstmals aufs Eis.

Außenseiter
Maritta Becker (l) und Bundestrainer Peter Kathan wollen ihre Außenseiterchance gegen Russland nutzen.
Foto: Christian Charisius – DPA

Während die Puck-Athletinnen daheim hin und wieder in «Scheunen» verbannt werden, wie Rekordspielerin Bettina Evers flachste, erwartet sie in Sotschi eine nagelneue 7000-Zuschauer-Arena – und zu Beginn die Russinnen. Ein Vorteil oder Nachteil? «Wir können ohne Druck reingehen und eigentlich nur gewinnen», sagt Becker.

Bundestrainer Peter Kathan stimmt seiner Stürmerin zu, der Spielplan eröffne der Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) eine Möglichkeit mehr auf das Erreichen des Viertelfinals. Der bayerische Haudegen weiß: «Die Russinnen stehen unter Druck, die wollen hier unbedingt Bronze.» Für die Frauen von Coach Michail Tschekanow, die von den männlichen Weltstars Owetkschin, Malkin und Co. nicht nur in den Schatten gestellt, sondern nahezu völlig aus der öffentlichen Wahrnehmung verdrängt werden, geht es um sehr viel.

Kathans Frauen wollen deshalb ihre Rolle als Underdog nutzen, der Trainer setzt auf deutsche Tugenden. «Individuell sind die Russinnen besser, aber unsere Trümpfe sollen das Überzahlspiel und die Defensive sein. Wenn wir das erste Drittel überstehen und lange ein 0:0 halten, die Zeit also für uns spielt, dann haben wir eine Chance. Wenn wir viele Strafzeiten kassieren oder in Rückstand geraten, dann wird es ganz schwer, dann kann es eine deutliche Niederlage geben.»

In Kathans Erfolgsrechnung sind die Torhüterinnen der wichtigste Faktor. «Wir hoffen, dass sie wieder Topspiele erwischen, damit wir auch mit unterschiedlichen Schussbilanzen etwas erreichen», sagt er. Der Trainer weiß, dass seine Stürmerinnen deutlich weniger Torschüsse abgeben werden als die Russinnen, die Abschlussschwäche ist das Manko der Deutschen. Dafür halten die Goalies Viona Harrer, Jennifer Harss und Ivonne Schröder – die für Kathan zu den besten der Welt gehören – ihre Vorderleute meist mit herausragenden Paraden im Spiel.

Dazu kommt die Routine von Becker, Evers und Kapitän Susann Götz, die es zusammen auf mehr als 800 Länderspiele bringen. Kathan hatte bei der Nominierung seines Kaders bewusst auf Erfahrung geachtet, denn «bei so einem schweren Turnier kannst du nur mit jungen Spielerinnen nichts reißen», weiß der 60-Jährige. Ein paar Nachwuchsspielerinnen zur Ergänzung sind dennoch mit dabei.

Auf eine Mischung aus alt und jung setzen auch die Russinnen, und das noch extremer als die Deutschen. Jekaterina Paschkewitsch darf im zarten Alter von 41 Jahren noch einmal olympisches Eis betreten, 2013 hatte sie nach siebenjähriger Pause ihr Comeback gegeben und ihr Team gleich zu WM-Bronze geführt. Neben ihr wird Anna Schochina stürmen, die gerade einmal 16 Jahre alt ist. «Sie ist unser Rohdiamant, den wir hier schleifen», meinte Coach Tschekanow und erklärte: «Sie ist im Prinzip ein Mann. Da oben, in ihrem Kopf.»

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