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Sotschi

DEB-Frauen verpassen Überraschung: 1:4 gegen Russland

dpa

Nach 60 Minuten ließ Viona Harrer den Kopf hängen, die Schlusssirene am Ende der unglücklichen Niederlage gegen Russlands Eishockey-Frauen ging im Jubel der heimischen Fans unter.

Russland – Deutschland
Die deutschen Spielerinnen Anja Weissner (l), Sara Seiler und Goalie Viona Harrer (r) verteidigen gegen die Russin Jekaterina Smolenzewa.
Foto: Larry Smith – DPA

Bis ins letzte Drittel ihres Auftaktmatches bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi hatte die Torhüterin das deutsche Team von der Überraschung träumen lassen – ehe viel Pech aus einer Führung ein 1:4 (0:0, 1:0, 0:4)-Niederlage werden ließ. «Die Mannschaft war am Ende zu müde», sagte Bundestrainer Peter Kathan. «Aus sportlicher Sicht geht der Sieg in Ordnung.»

Torschützin
Franziska Busch (r) hatte mit ihrem Treffer für die deutsche Führung gesorgt.
Foto: Larry W. SMith – DPA

In der Tabelle der Gruppe B haben die Frauen des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) damit nach dem ersten Spieltag nur noch geringe Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale. Trotzig sagte Kapitän Susann Götz dennoch: «Unser Ziel waren sechs Punkte nach der Vorrunde und dabei bleibt es.» Dafür muss die Auswahl in den beiden weiteren Spielen Schweden und Japan besiegen.

Ausgleich
Torfrau Viona Harrer (l) liegt nach dem russischen Tor zum 1:1 auf dem Eis.
Foto: Larry Smith – DPA

Gegen die Russinnen war Stürmerin Franziska Busch das 1:0 gelungen (28. Minute), doch Lija Gawrilowa (45.), Olga Sossina mit einem Doppelpack (49./53.) und Jekaterina Smolenzewa (50.) drehten vor 5048 euphorischen Fans innerhalb von fünf Minuten die Partie. «Das ist bitter, wir lassen sie im Stich», räumte Götz in Richtung Harrer ein. Das erste Gegentor hatte die Torhüterin durch einen Bauerntrick von Gawrilowa kassiert. In Rückstand geriet die Truppe, weil Sossina die deutsche Verteidigerin Andrea Lanz anschoss und der Puck unhaltbar über die Linie kullerte. «Das war spielentscheidend», fand Kathan.

Zweikampf
Andrea Lanzl (r) kämpft mit einer Russin um den Puck.
Foto: Srdjan Suki – DPA

Im Anschluss an die Gegentore verlor die Mannschaft ihre Ordnung, gegen die die Russinnen in den ersten beiden Abschnitten trotz wilder Angriffe kein Mittel gefunden hatten. Das lag auch an der Stimmung in der «Schajba»-Arena. «Nach dem 1:1 stand die Halle Kopf», sagte Götz.

Aufholjagd
Die russischen Spielerinnen bejubeln ein weiteres Tor gegen Deutschland.
Foto: Larry W. Smith – DPA

«Im zweiten Drittel hätten wir noch frecher spielen müssen», fand Toptorjägerin Maritta Becker, «und lieber das zweite Tor suchen als das 1:0 halten zu wollen. Das ist schade.» Torhüterin Harrer, der Coach Kathan überhaupt keinen Vorwurf machte, betonte sichtlich angefressen: «Mit nur einem Tor werden wir kein Spiel gewinnen.» Kathan hatte seine Spielerinnen immer ermahnt, mehr den Abschluss zu suchen, konnte mit der Offensive aber nicht zufrieden sein. Die Russen schossen insgesamt 37 Mal aufs Tor, Deutschland nur 15 Mal.

So blieb der einzige Erfolg das Tor von Busch. Einen von Anja Weisser schnell eingeleiteten Angriff legte Manuela Anwander zurück auf die Stürmerin der Memmingen Indians. Deren Schuss ließ Julia Leskina unter der Fanghand passieren. Die etlichen Unsicherheiten der russischen Torhüterin vermochten die Deutschen nicht zu nutzen.

Im letzten Drittel versuchten es die Russinnen immer mehr mit Gewalt und konnten den Abwehrriegel der Deutschen dann doch noch knacken. Nach dem Ausgleich durch Gawrilowa, die den Puck zwischen dem kurzen Pfosten und Harrers Schlittschuh über die Linie drückte, spielten sich die Gastgeberinnen in einen Rausch und schossen gegen erschöpfte und demoralisierte Deutsche doch noch einen Sieg heraus.

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