Archivierter Artikel vom 21.09.2020, 04:30 Uhr

Tipps der Profis

Das richtige Make-up bringt Frische ins Büro

Genauso wie die Garderobe muss auch das Make-up fürs Büro sorgfältig ausgewählt sein. Schminkt man sich zu grell, kann das ein Fettnäpfchen sein. Experten erklären, was geht – und was nicht.

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Ein wenig Rouge
Ein wenig Rouge auf den Wangen lässt den Teint frisch und gesund wirken. Für das Büro genau das Richtige.
Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin/München (dpa/tmn) – Viele Menschen haben morgens feste Rituale: Duschen, Frühstücken, Zeitung lesen. Für die meisten Frauen gehört auch das Schminken dazu. Dass man fürs Büro ein anderes Make-up auftragen sollte als für eine Abendveranstaltung, liegt eigentlich auf der Hand.

Nur obere Wimpern tuschen
Ein Tipp der Experten für das richtige Schminken im Büro lautet: Die obere Wimpernreihe stark tuschen, die untere nur leicht. Das wirkt frisch.
Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Make-up-Artist Horst Kirchberger aus München erklärt, dass jede Branche eigene, ungeschriebene Make-up-Regeln habe. So dürfe beispielsweise eine Kosmetikerin oder eine Bedienung im Café ein Make-up tragen, das Zugänglichkeit und Empathie signalisiert. Der Look dürfte hier modisch zurückhaltend, aber durchaus frisch und mutig sein. Eine Anwältin hingegen sollte ein eher dezentes Make-up wählen.

Kräftiges Rot
Im Büro darf man durchaus roten Lippenstift auftragen. Dann sollte man allerdings die Augen oder Wangen nicht mehr stark mit Make-up betonen.
Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

„Allerdings gibt es da heute auch Unterschiede. Man sollte also nicht nur auf die Branche schauen, sondern muss die Ausrichtung jedes einzelnen Unternehmens beachten“, sagt Make-up-Artist Peter Arnheim aus Berlin. Dementsprechend sollte das Make-up auch immer ganz individuell gewählt werden.

Kräftige Farben
In jungen, unkonventionellen Firmen kann Frau sich auch mal was trauen beim Make-up: Kräftige Töne sind erlaubt. Man sollte sich jedoch nicht «überschminken».
Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Ein Schimmer Leichtigkeit im Büro-Alltag

Was geht, was lässt man bleiben?
Definierte Augenbrauen geben dem Gesicht mehr Ausdruck. Mit einem Augenbrauen-Mascara zum Fixieren und Stylen geht das ganz einfach.
Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Aber was ist beim Make-up für den Job eigentlich angesagt – und was sollte man vermeiden? Nathalie Fischer vom VKE-Kosmetikverband erklärt: „Mit einem gesunden und frischen Make-up-Look holen wir uns unsere Leichtigkeit in den Büro-Alltag zurück.“ Ihr Motto lautet: Nicht abdecken, sondern schmeichelnd perfektionieren.

Schimmer-Puder zaubern ihrer Meinung nach einen perfekten Teint. Dafür mischt man Rosen- und Pfirsichtöne oder akzentuiert einzeln die Wangen mit je einem Ton. Alternativ empfiehlt Fischer einen Beigeton, der Highlights auf die Wangenknochen setzt, oder einen Bronzer für einen Hauch sonniger Farbe auf der Haut.

Neben dem Teint spielen insbesondere die Augen eine große Rolle beim täglichen Make-up. „Diese sollten mit neutralen Erdtönen betont werden, wenn man in einem eher konservativen Unternehmen arbeitet“, findet Beauty-Redakteurin Melanie Paukner vom Magazin „Glamour“.

Anders sehe es dagegen aus, wenn man in einer jungen, unkonventionellen Firma arbeitet. Dann dürfe es ruhig ein wenig mehr Farbe sein. Doch auch hier gilt: „Entweder man betont die Augen besonders oder aber den Mund, beispielsweise mit einem knallroten Lippenstift.“ Beides zusammen sei für ein Büro-Make-up allerdings zu viel, sagt Paukner.

Glitzer ist im Büro ein No-Go

Das gelte übrigens auch für Glitzer – der sollte dem Abend vorbehalten bleiben. Gerade zurzeit, wenn viele Frauen auch im Berufsleben einen Mund-Nase-Schutz tragen, komme dem Augen-Make-up jedoch eine große Bedeutung zu, sagt Fischer. Sie hat einen konkreten Schminktipp: Lidschatten in hellem Beige oder Bordeaux als Kontur rund um das Auge oder auf das gesamte bewegliche Lid auftragen. „Der leichte Schimmer in den Farben verleiht den Augen einen strahlenden Ausdruck.“

Neben Lidschatten und Wimperntusche geben definierte Augenbrauen dem Gesicht mehr Ausdruck. Mit einem Augenbrauen-Mascara zum Fixieren und Stylen gehe das ganz einfach, sagt Arnheim. Der Make-up-Profi weist zusätzlich darauf hin, dass Brillenträgerinnen bei ihrem Augen-Make-up ruhig mehr Farbe auftragen sollten, weil die Brillengläser Farbe schlucken.

„Genau das gilt auch für Online-Meetings“, ergänzt Fischer. Auch die Kamera schluckt nämlich Farbe. Am besten greift man auf warme, frische Töne zurück. Bei Kameralicht wirkt der Teint nämlich sehr kalt und vielfach blass.

Make-up-Artist Kirchberger hat noch einen Extra-Tipp zum Thema Augen-Make-up. Er empfiehlt, die obere Wimpernreihe stark zu tuschen, die untere aber entweder gar nicht oder nur leicht. Stattdessen sollte man weißen oder beigefarbenen Kajal nutzen. „So wirken die Augen frisch und wach.“

Rouge geht immer

Einig sind sich die Make-up-Experten beim Thema Rouge: im Büroalltag ein Muss. Ein Hauch von Wangenrot macht den Teint frischer – auch dann, wenn man in der Nacht zu wenig Schlaf bekommen hat oder gestresst ist.

Ein weiterer Tipp der Experten: Frau sollte sich so schminken, dass das Tages-Make-up mit wenigen Handgriffen abendtauglich wird. Fischer empfiehlt: „Wenn es für den Abend noch einen Tupfer frischer sein darf, einfach eine Mini-Menge cremiges Rouge auftragen und mit einem weichen Applikator oder auch einem Rouge-Pinsel verblenden. Im Nu sind Wangen, Nase und Kinn natürlich in Szene gesetzt.“ Ein knalliger Lippenstift rundet das Abend-Make-up ab.

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