Archivierter Artikel vom 03.11.2011, 07:00 Uhr

Dankbar für Hilfe

Kigali/Rheinland-Pfalz – Außenministerin Louise Mushikiwabo ist eine Vertraute des Staatschefs Paul Kagame, sie hat exzellente Beziehungen zur US-Regierung, und sie nahm sich gleich zweimal für die rheinland-pfälzische Delegation in Ruanda Zeit. Unserer Zeitung gab sie ein Exklusiv-Interview.

Ministerin Mushikiwabo
Ministerin Mushikiwabo
Foto: Dietmar Brück

Kigali/Rheinland-Pfalz – Sie ist eine Vertraute des Staatschefs Paul Kagame, sie hat exzellente Beziehungen zur US-Regierung, und sie nahm sich gleich zweimal für die rheinland-pfälzische Delegation in Ruanda Zeit. Außenministerin Louise Mushikiwabo gehört zu den einflussreichsten Persönlichkeiten ihres Landes. Unserer Zeitung gab sie ein Exklusiv-Interview.

Welche Länder sind heute am wichtigsten für Ruanda?

Da kommen die USA an erster Stelle. Den zweiten Rang nimmt Großbritannien ein; Ruanda trat 2009 ja sogar dem Commonwealth bei. Unter den EU-Ländern folgen auf die Engländer die Deutschen, und dann kommen die Belgier.

Wie bedeutsam ist Rheinland-Pfalz für Ruanda?

Diese besondere Partnerschaft wird hier hoch geschätzt. Wir sind sehr dankbar für die langjährige Hilfe aus Rheinland-Pfalz.

Als angespannt gelten die Beziehungen zu Frankreich, dessen Rolle in der dunklen Phase des Völkermords kritisch gesehen wird.

Inzwischen normalisiert sich das Verhältnis wieder. Dazu haben auch der Besuch des französischen Präsidenten Nikolas Sarkozy in Ruanda und der Besuch des Präsidenten Kagame in Paris beigetragen.

Wie eng sind die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten?

Unser Präsident Paul Kagame hat enge Kontakte zur Führung in Washington. Er ist beispielsweise mit US-Außenministerin Hillary Clinton und dem früheren amerikanischen Präsidenten Bill Clinton befreundet. Auf der operativen Ebene laufen die meisten Gespräche unseres Außenministeriums allerdings beim amerikanischen Unterstaatssekretär im State Department der USA.

Ruanda war im Kongo mehrfach in kriegerische Konflikte verwickelt. Wie problematisch ist das Verhältnis zum großen Nachbarn?

Viel besser als noch vor vielen Jahren. Ruanda und auch der Kongo sind in ein regionales Sicherheitssystem eingebunden.

Ruanda gilt trotz des Genozids vor 17 Jahren als stabiler Faktor in Ostafrika. Hat dieses kleine Land Modellcharakter in der Großregion?

Das würde ich so nicht formulieren. Was aber stimmt: Ruanda ist innen- und außenpolitisch inzwischen sehr stabil. Wir sind hier weiter als viele andere afrikanische Länder.

Das Gespräch führte Dietmar Brück