Archivierter Artikel vom 08.05.2013, 06:00 Uhr

Chronologie: Spannungen gab es immer wieder

Die Entwicklung der Islamkonferenzen im Zeitraffer:

27. September 2006

Der damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble berief 2006 im Berliner Schloss Charlottenburg die erste Deutsche Islamkonferenz ein. Er wollte einen Rahmen für die Pflege der Beziehungen zwischen dem Staat und den Muslimen in Deutschland schaffen. Neben großem Lob kommt es zu ersten Spannungen zwischen einzelnen Verbänden.

2. Mai 2007

Das Treffen erlebt Kritik und Unverständnis auf beiden Seiten. So kritisiert die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, die Forderung „einer kleinen Minderheit von Rückwärtsgewandten“ unter den Muslimen nach getrenntem Sportunterricht für Jungen und Mädchen.

13. März 2008

Diesmal geht um die Voraussetzungen islamischen Religionsunterrichts als Unterrichtsfach in deutscher Sprache.

25. Juni 2009

Es werden Empfehlungen zur Integration in der Schule und zur Imamausbildung beschlossen. Viele Konferenzteilnehmer äußern sich positiv über den Dialog.

17. Mai 2010

Die Konferenz tagt nun unter Vorsitz von Innenminister Thomas de Maizière. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) sagt seine Teilnahme ab. Der Islamrat wird vorläufig suspendiert. Grund: laufende Ermittlungsverfahren gegen Mitglieder der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG), der größten Mitgliedsorganisation. Aber es wird auch ein Arbeitsprogramm beschlossen – zur „institutionalisierten Kooperation zwischen Staat und Muslimen“, Geschlechtergerechtigkeit und Prävention von Extremismus.

29. März 2011

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) verlangt von Muslimen Mitarbeit beim Aufspüren gefährlicher Islamisten und eine sogenannte Sicherheitspartnerschaft . Dafür erntet er auch harsche Kritik.

19. April 2012

Die Konferenz verabschiedet eine Erklärung gegen häusliche Gewalt und Zwangsverheiratung und stellt sich klar gegen den radikalen Salafismus. Der Jugendwettbewerb „Erfolgsgeschichten“ rückt gute Beispiele von Muslimen am Arbeitsmarkt in den Blick. fwg