Archivierter Artikel vom 17.07.2011, 18:30 Uhr
Aachen

CHIO: Meyer feiert Überraschungssieg

Die großen Favoriten patzten, die Überraschungssiegerin feierte enthusiastisch: Janne-Friederike Meyer hat völlig unerwartet den Großen Preis von Aachen gewonnen.

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Gewonnen
Janne-Friederike Meyer sorgte in Aachen für eine große Überraschung.
Foto: DPA

Die 30 Jahre alte Springreiterin aus Schenefeld bei Hamburg setzte sich beim Höhepunkt des größten Reitturniers der Welt vor 46 000 Zuschauern durch. «Wahnsinn, einfach Wahnsinn», jubilierte die Siegerin, als sie die ersten Glückwünsche auf dem Abreiteplatz entgegennahm.

Fröhlich grinsend stand sie neben Lambrasco und streichelte ihrem 13 Jahre alten Holsteiner-Wallach den Hals. «Das ist doch surreal», sagte sie zu ihrem Trainer Tjark Nagel und schaute ihn mit großen Augen an. «Das glaube ich doch erst in der nächsten Woche.»

Aber schon so war ihr klar: «Vor diesem Publikum Doppel-Null zu reiten, das ist der geilste Tag in meinem Leben.» Begeistert war auch Bundestrainer Otto Becker. «Das ist gewaltig», sagte der Coach. Er wird sie nun sicher mit zur EM nach Madrid nehmen.

Meyer blieb mit ihrem Pferd Lambrasco als einzige Starterin in zwei Runden ohne Abwurf. Die Mannschafts-Weltmeisterin kassierte ein Preisgeld von 110 000 Euro und feierte den größten Einzelerfolg ihrer Karriere. Zweiter wurde der Franzose Kevin Staut mit Silvana vor dem deutschen CHIO-Debütanten Andreas Kreuzer (Steinfeld) mit Chacco-Blue. «Das kann ich gar nicht fassen», sagte Kreuzer, der bei Paul Schockemöhle arbeitet.

Die Favoriten aus dem deutschen Team vergaben bereits in der ersten Runde ihre Siegchancen. Vize-Europameister Carsten-Otto Nagel (Norderstedt) scheiterte mit Corradina ebenso wie Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit Gotha und Marco Kutscher (Riesenbeck) mit Cash. Beerbaum kam aber immerhin noch auf Platz fünf, Nagel auf Rang sechs.

Zu den großen Enttäuschungen gehörte Christian Ahlmann, der als einer der Favoriten zum CHIO gereist war. Nach zwölf Strafpunkten im Nationenpreis schied er nach zwei Verweigerungen von Taloubet aus. «Der Alptraum geht weiter», kommentierte seine Freundin, die belgische Springreiterin Juda Ann Melchior.

Für positive Überraschungen sorgten zwei CHIO-Debütanten. Neben dem drittplatzierten Kreuzer überstand Hans-Dieter Dreher (Eimeldingen) mit Magnus Romeo zumindest die erste Runde ohne Abwurf.

Meredith Michaels-Beerbaum hatte auf einen Start verzichtet und ihr Erfolgspferd Shutterfly überraschend vor dem Springen in Rente geschickt. «Das habe ich heute Morgen um fünf Uhr entschieden», sagte die erfolgreichste Springreiterin der Welt am Sonntag: «Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen.» Der 18 Jahre alte Wallach hat die Reiterin aus dem niedersächsischen Thedinghausen unter anderem zu EM-Gold und drei Weltcup-Siegen getragen.