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    China ruft USA und Nordkorea zur Mäßigung auf

    Im Konflikt um Nordkorea mehren sich die Stimmen, die auch die USA zur Mäßigung mahnen - so etwa Chinas Staatschef Xi im Telefonat mit Präsident Trump. Dieser hofft auf eine Zusammenarbeit, plant aber auch Schritte, die Peking provozieren könnten.

    Donald Trump und Xi Jinping
    US-Präsident Donald Trump zusammen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Trumps Anwesen Mar-a-Lago. Beide mahnten Nordkorea zum Unterlassen weiterer Provokationen.
    Foto: Alex Brandon/Archiv - dpa

    Peking (dpa). China ruft im Nordkorea-Konflikt sowohl Washington als auch Pjöngjang zur Zurückhaltung auf. In einem Telefonat mit US-Präsident Trump mahnte Staats- und Parteichef Xi Jinping „die betreffenden Parteien, Bemerkungen und Aktionen zu vermeiden, die die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel eskalieren könnten“.

    US-Luftwaffe
    US-Bomber vom Typ B-1B Lancer der Einheit 9th Expeditionary Bomb Squadron über der Insel Guam. Im Nordkorea-Konflikt hat sich die Rhetorik auf beiden Seiten seit Tagen hochgeschaukelt.
    Foto: Christoph - dpa

    Das berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Auch der französische Präsident Emmanuel Macron appellierte „an die Verantwortung aller, jede Eskalation der Spannungen zu verhindern“.

    Nordkorea-Konflikt
    Ein Passant blickt in Seoul auf einen Bildschirm, auf dem von einem Nachrichtensender Bilder Kim Jong Un und Donald Trump gezeigt werden.
    Foto: Ahn Young-Joon - dpa

    Japan hat unterdessen Raketenabwehrsysteme stationiert. Es reagierte damit auf nordkoreanische Drohungen, Raketen in Richtung der Pazifikinsel Guam, einem US-Außengebiet, abzuschießen. Die Boden-Luft-Raketen vom Typ Patriot wurden quer zur möglichen Flugbahn nordkoreanischer Geschosse in vier westjapanischen Präfekturen aufgestellt, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag meldete. Die japanische Regierung sagte, man wolle sich auf die Möglichkeit vorbereiten, dass Pjöngjangs Flugkörper über Japan versagen sollten.

    Donald Trump
    US-Präsident Donald Trump äußert sich in seinem Urlaubsdomizil in Bedminster, New Jersey.
    Foto: Evan Vucci - dpa

    Das Telefonat mit Xi war von Trump ausgegangen. China ist ein Verbündeter und Handelspartner Nordkoreas, hatte aber vor einer Woche im UN-Sicherheitsrat für verschärfte Sanktionen gegen Pjöngjang wegen des Atom-und Raketenprogramms gestimmt. Das Weiße Haus stellte das Telefonat am Freitagabend (Ortszeit) positiver für die USA dar als die chinesische Seite. Demnach waren sich beide Staatschefs darin einig, dass Pjöngjang „sein provokatives und anheizendes Verhalten beenden muss“.

    THAAD-Raketenabwehr
    Test des Raketen-Abwehrsystems THAAD: Das System dient der Abwehr von Kurz- und Mittelstreckenraketen und zielt auf die Bedrohung durch Nordkorea.
    Foto: Ralph Scott/Department Of Defense - dpa

    Beide Präsidenten stimmten auch darin überein, dass die jüngste UN-Resolution mit scharfen Sanktionen „ein wichtiger und notwendiger Schritt“ sei, um Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel wiederherzustellen, hieß es in Washington weiter. Das Weiße Haus hob zudem hervor, dass das Verhältnis zwischen Trump und seinem chinesischen Amtskollegen „extrem eng“ sei und „hoffentlich zu einer friedlichen Lösung des Nordkorea-Problem führen wird“.

    Raketenstart
    Raketenstart in Nordkorea: Die Mittelstreckenrakete Hwasong-10 steigt auf.
    Foto: KCNA - dpa

    Xinhua zufolge bekräftigte Xi in dem Telefonat, dass China bereit sei, mit den USA zusammenzuarbeiten, um die Probleme „angemessen zu lösen“. Allerdings will Trump nach Medienberichten jetzt offiziell Chinas Handelspraktiken untersuchen lassen. Das könnte die Beziehungen zwischen beiden Staaten belasten und eine Kooperation zur Lösung des Nordkorea-Konflikts erschweren.

    Kim Jong Un
    Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un auf einer Veranstaltung des Zentralkomitees der Arbeiterpartei.
    Foto: Rodong Sinmun/YONHAP/RODONG SINMUN/Archiv - dpa

    Trump werde die Untersuchung, bei der es hauptsächlich um den China zur Last gelegten massiven Diebstahl geistigen Eigentums gehen solle, voraussichtlich am Montag in Washington bekanntgeben. Xi habe er in dem Telefonat darüber informiert, hieß es unter Berufung auf Regierungsbeamte weiter. Das sei auch der Anlass von Trumps Anruf gewesen. Xi sei dann auf Nordkorea zu sprechen gekommen und habe Trump zur Mäßigung aufgerufen.

    Jubel in Pjöngjang
    Menschen jubeln in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang, während sie eine Nachrichtenübertragung verfolgen, die über einen neuen nordkoreanischen Raketentest berichtet.
    Foto: Jon Chol Jin - dpa

    Die Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang hatten sich nach Nordkoreas jüngsten Tests von Langstreckenraketen verschärft, die potenziell die USA erreichen könnten. Danach reagierte Pjöngjang wütend auf den Sanktionsbeschluss des UN-Sicherheitsrates, der auf Drängen der USA zustande kam.

    Gelassenheit in Seoul
    Gelassenheit in Seoul: Während ein Fernsehsender über einen nordkoreanischen Raketentest berichtet, studieren Pasanten in aller Ruhe ihre Smartphones.
    Foto: Ahn Young-Joon - dpa

    Seitdem hat sich die kriegerische Rhetorik zwischen Nordkorea und den USA immer stärker hochgeschaukelt. So hatte Trump Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un zuletzt am Freitag gewarnt, dass die USA militärisch „voll einsätzfähig“ seien.

    Nordkoreanische Rakete
    Ballistische Raketen bei einer Militärparade in Pjöngjang.
    Foto: Wong Maye-E - dpa

    Neben den USA spielt China eine Schlüsselrolle in dem Konflikt und bei der Umsetzung der Sanktionen. Mehr als 80 Prozent des nordkoreanischen Handels fließt über den großen Nachbarn. Die USA wollen, dass Peking den Druck auf Pjöngjang verschärft. Chinas Führung hofft hingegen, dass die USA auf Nordkorea zugehen und dessen Sicherheitsbesorgnisse ernst nehmen. China hat vorgeschlagen, dass die USA ihre Manöver mit Südkorea einstellen, während Nordkorea sein Atom- und Raketenprogramm aussetzt, um Verhandlungen aufzunehmen.

    US-Rakete
    US-Rakete im Silo: 
    Foto: Jim Lo Scalzo - dpa

    Nordkoreas Propagandaorgan „Rodong Sinmun“ berichtete, dass seit der Verhängung der Sanktionen vor einer Woche rund 3,5 Millionen Nordkoreaner einen Antrag gestellt hätten, sich dem Militär anschließen zu können. Das 25 Millionen Einwohner zählende Nordkorea hat mit mehr als 1,1 Millionen aktiven Soldaten die zahlenmäßig größte Armee der Welt. Allerdings führen die Streitkräfte auch viele zivile Tätigkeiten aus, etwa im Straßenbau oder der Feldarbeit. Jeder männliche Nordkoreaner ist verpflichtet, einen zehnjährigen Wehrdienst abzuleisten.

    US-Pazifikinsel Guam
    Der US-Militärstützpunkt Guam ist von großer strategischer Bedeutung, im Vietnamkrieg diente die Insel den USA als Ausgangspunkt für Luftangriffe.
    Foto: Haven Daley - dpa

    Jeder dritte Deutsche (33 Prozent) macht sich derzeit große Sorgen, dass es bei einem militärischen Konflikt zwischen Nordkorea und den USA zu einem Atomkrieg kommen könnte. Weitere 43 Prozent machten sich etwas Sorgen, wie eine Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag des Fernsehsenders RTL am Donnerstag und Freitag unter 1001 Befragten ergab. 23 Prozent der Befragten hätten demnach gar keine Sorgen.

    Kim
    Der vom nordkoreanischen Rundfunk- und Fernsehkomitee zur Verfügung gestellte Videocrop zeigt Machthaber Kim Jong Un auf einem Raketen-Testgelände.
    Foto: KRT - dpa

    Trump auf Twitter

    Trump in Bedminster
    US-Präsident Donald Trump spricht am Trump National Golf Club in Bedminster über die Atomkrise mit Nordkorea.
    Foto: Evan Vucci - dpa

    Xinhua

    Washingtons Möglichkeiten in der Korea-Krise

    Trump, das Welträtsel - Was bezweckt der US-Präsident?

    Experte: Nordkoreas Atom-Arsenal kann USA kaum gefährden

    THAAD-Raketen sollen feindliche Kurz- und Mittelstreckenraketen abfangen. Sie tragen keinen Sprengkopf, sondern zerstören die Rakete durch direkten Aufprall. Dies kann innerhalb wie oberhalb der Erdatmosphäre bis in 150 Kilometer Höhe geschehen.

    Die 6,17 Meter langen Raketen werden von Lastwagen aus abgefeuert und sind daher sehr mobil. Zu einer THAAD-Batterie gehören neun Raketenwerfer auf Lkw mit jeweils acht Abfangraketen. Dazu kommen ein mobiles Radarsystem und eine mobile Feuerleitstelle. THAAD bietet - zum Beispiel über einer Stadt - einen hohen Schutzschild. Darunter können Raketensysteme wie die auch von der Bundeswehr eingesetzte Patriot einen weiteren Schild legen.

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