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Heidelberg

Chef darf Azubi für Fehler nicht das Geld kürzen

dpa/tmn

Azubis müssen keine finanziellen Sanktionen fürchten, wenn sie einmal einen Fehler machen. Abzüge von der Ausbildungsvergütung seien in solchen Fällen unzulässig, sagte der Arbeitsrechtler Michael Eckert aus Heidelberg.

Zwar kann es für den Betrieb teuer werden, wenn ein angehender Schreiner sich aus Versehen etwa bei einer Schranktür aus edlem Holz versägt. «Er ist dann aber nicht zum Schadenersatz verpflichtet.» Das sei höchstens bei grober Fahrlässigkeit der Fall – wenn der Lehrling also aus Leichtsinn etwa Vorschriften missachtet, «obwohl man ihm diese schon zehnmal erklärt hat».

Lehrlinge dürften generell nicht für Fehler bestraft werden, die sie beim Erlernen ihres Berufs machen. «Wir sind im Jahr 2010, nicht im Jahr 1910», erläuterte Eckert, der Vorstandsmitglied im Deutschen Anwaltverein ist. Nicht nur der Rohrstock, sondern jede Form von Strafe sei daher in der Ausbildung tabu.

Der Chef darf Lehrlinge daher auch nicht zum unentgeltlichen «Nachsitzen» verdonnern, wenn sie mit ihrer Arbeit nicht fertig werden. Denn nach dem Berufsbildungsgesetz müssen Azubis für Überstunden immer eine Entlohnung oder Urlaub als Ausgleich erhalten.

In der Praxis dürfte es für Lehrlinge aber nicht unbedingt ratsam sein, sich dem Chef gegenüber als Paragrafenreiter aufzuspielen, wenn ihnen etwas gründlich misslungen ist. So sollte es selbstverständlich sein, dass Auszubildende sich bemühen, eigene Fehler wieder auszubügeln, meint Eckert. «Es kommt natürlich nicht gut an, wenn einer fünf Minuten vor Feierabend einen Fehler macht und dann sagt: 'Ich hab' jetzt Feierabend, macht euren Kram doch alleine.'»

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