Archivierter Artikel vom 20.09.2011, 16:25 Uhr

Bundesinstitut warnt vor Blei in Wildfleisch

Berlin (dpa). Kinder, Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch sollten auf Wildfleisch verzichten, dass mit Bleimunition geschossen wurde. Das teilt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf Basis neuer Erkenntnisse am Dienstag (29. September) mit.

Lesezeit: 1 Minuten
Jäger auf seinem Hochstand
Bei der Jagd werden zumeist Bleischrote und bleihaltige Jagdgeschosse verwendet. Diese hinterlassen im Wildbret Bleifragmente. (Bild: dpa)
Foto: DPA

Da die Bleiaufnahme über andere Lebensmittel in Deutschland schon relativ hoch ist, sei schon der regelmäßige Verzehr von mit Bleimunition erlegtem Wildbret gesundheitsschädigend, teilte das BfR mit. «Besonders gefährdet sind Ungeborene und Kinder bis sieben Jahre, bei denen bereits eine geringe Bleiaufnahme zu Gesundheitsschäden führen kann», sagte BfR-Präsident Andreas Hensel.

Laut BfR hinterlassen die meist verwendeten bleihaltigen Jagdgeschosse tief im Fleisch Splitter. Dort seien sie kaum zu erkennen. Auch das großzügige Entfernen des Fleischs um den Schusskanal reiche nicht aus, um eine Belastung zu vermeiden.

Der Deutsche Jagdschutzverband warnte indes vor Panikmache. Im Oktober will er zusammen mit dem BfR eine Umfrage unter Jägern zu Munition und Verzehrverhalten starten. Zudem forderte der Verband die Munitionsindustrie auf, unbedenkliche Munition anzubieten.

Erhöhte Bleikonzentrationen im menschlichen Körper können die Blutbildung, innere Organe sowie das zentrale Nervensystem schädigen. Blei lagert sich außerdem langfristig in den Knochen ab. Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern kann eine erhöhte Belastung zu bleibenden Nervenschäden, Störungen der Hirnfunktion und zur Beeinträchtigung der Intelligenz führen.

In Deutschland werden nach BfR-Angaben im Schnitt täglich zwei Gramm Wildbret pro Kopf verzehrt – das entspricht ein bis zwei Wildmahlzeiten im Jahr. Gefährdet seien vor allem Jägerhaushalte, in denen deutlich mehr Wildfleisch auf den Tisch kommt.