Archivierter Artikel vom 11.05.2011, 15:08 Uhr
London

Britischer Sportminister fordert FIFA-Reformen

Nach den englischen Bestechungsvorwürfen gegen sechs FIFA-Spitzenfunktionäre hat der britische Sportminister Hugh Robertson den Fußball-Weltverband zu weitreichenden Reformen aufgefordert.

Gegenwärtig werde der Versuch unternommen, die FIFA zu überzeugen, «dass sie genau den gleichen Prozess durchmachen muss wie das IOC in der Zeit nach den Salt Lake City-Vorgängen, erklärte Robertson der BBC.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte nach dem Bestechungsskandal um die Vergabe der Winterspiele an Salt Lake City, in dessen Folge zehn IOC-Mitglieder ihr Amt verloren hatten und zehn weitere Olympier verwarnt worden waren, Ende 1999 seine Regeln für die Bewerbungsphase drastisch verändert. Neben einer Verschärfung des Ethik-Codes wurde seinen Mitgliedern der Besuch der Kandidatenstädte untersagt.

Robertson offenbarte zudem, «im Moment gibt es den Wunsch, die FIFA von innen zu verändern. Wenn die FIFA dazu nicht in der Lage ist, würde ich sagen, alles ist möglich.» Sogar die Abspaltung Englands von der FIFA zusammen mit anderen Ländern habe er nach der Wahl-Niederlage des Fußball-Mutterlandes bei der Vergabe der WM 2018 mit anderen Funktionären diskutiert.