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    Brisantes Derby: BVB-Lust gegen Schalker Angst

    Lust gegen Frust, Euphorie gegen Angst: Die Stimmung vor dem 137. Revierderby zwischen dem souveränen Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund und dem Rivalen FC Schalke 04 könnte unterschiedlicher nicht sein.

    Spitzenreiter
    Hausherr und Tabellenführer: BVB-Trainer Jürgen Klopp hat vor dem Derby die besseren Karten.

    BVB-Trainer Jürgen Klopp brachte es vor dem Duell am Freitag in Dortmund auf den Punkt, mochte aber trotz der Vorzeichen keine Sieggarantie für seine Elf geben. «Man kann aus Lust auf Erfolge erfolgreich sein und aus Angst vor Misserfolgen», sagte Klopp.

    Trotz des 25-Punkte-Vorsprungs fürchtet der BVB-Coach den angeschlagenen Rivalen, sieht sogar «viele Vorteile» bei Schalke: «Ihre Qualität ist hoch, wir sind nicht der haushohe Favorit. Sie können aus einer negativen Erwartungshaltung heraus überraschen», meinte Klopp. «Wir werden uns mit allem wehren, was wir haben.» Dass sich die Lust-Fußballer auf dem Weg zum siebten Meistertitel aber ausgerechnet vom frustrierten Tabellen-11. stoppen lassen, ist fraglich. Selbst Magath meinte: «Unser Gegner ist der kommende deutsche Meister. Und zu Hause ist der BVB als Tabellenführer haushoher Favorit.» Gleichwohl sieht er Chancen. «Wir haben auch vor zwei Wochen beim damaligen Tabellen-Zweiten in Hannover gewonnen.»

    Derweil ist die Stimmung im Umfeld nach zwei Rückrunden-Pleiten und wegen der umstrittenen Personalpolitik von Trainer Felix Magath auf dem Tiefpunkt. Aus Sorge um einen weiteren sportlichen Absturz, den Verlust der Identität des Clubs und eine ähnliche Lehrstunde durch den BVB wie beim 1:3 im Hinspiel laufen die Fans Sturm. In einem offenen Brief forderte der «FC Schalke 04 Supporters Club» den Aufsichtsrat auf, den «Irrsinn der vergangenen Tage zu stoppen».

    35 neue Spieler holte Magath seit seinem Amtsantritt vor eineinhalb Jahren, 26 verließen den Club. Dass der 57-Jährige im Winter-Schnäppchenmarkt die «Ladenhüter» Angelos Charisteas und Ali Karimi holte, bringt das Fass zum Überlaufen. Das Vertrauen in «Magier» Magath ist erschüttert. Erneut wehrte sich der Trainer gegen die Vorwürfe.

    «Ich bin nicht vom Himmel gefallen, sondern wurde geholt, um den Umbruch zu machen. Das war in der sportlichen und wirtschaftlichen Lage schwierig. Dafür braucht man mehrere Transferperioden», sagte er. «Ich habe nie behauptet, dass ich unfehlbar bin. Selbstverständlich mache ich Fehler. Aber ich habe das Gefühl, dass wir uns zu sehr mit uns selbst beschäftigen und nicht alle die Philosophie des Clubs mittragen.»

    Vergessen sind Platz zwei im Vorjahr, das Erreichen des Champions-League-Achtelfinals und des DFB-Pokal-Halbfinals, wo bei Bayern München das Aus droht. Zumal die angekündigte Aufholjagd in der Liga ausblieb. Im Gegenteil: Platz fünf ist in weite Ferne gerückt. «Wenn es einer schafft, einen Verein wie Schalke mit den Mitteln in einem Jahr in die Spitze zu führen, kann er das gerne tun. Aber ich habe noch keinen gesehen, der es besser kann als ich», sagte Magath selbstbewusst.

    Schalke gleicht einem Pulverfass. Allein ein Derby-Sieg könnte die erhitzten Gemüter etwas beruhigen. Inständig hofft Benedikt Höwedes auf eine Initialzündung. «Wir können mit einem Erfolg in Dortmund die Saison für unsere Fans retten», sagte der 22-Jährige. Doch der Druck ist enorm auf das Team um Raul und Klaas-Jan Huntelaar.

    Beim BVB muss Magath nicht nur dem formschwachen Huntelaar, sondern auch Jefferson Farfan vertrauen, dessen Verkauf nach Wolfsburg in letzter Minute scheiterte. Während Charisteas wegen zu großen Trainingsrückstandes nicht zum Kader gehört, steht Winter- Einkauf Anthony Annan vor seinem Bundesliga-Debüt. «Annan hat bisher einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Er ist spritzig, ballsicher und aggressiv», lobte Magath Ghanas WM-Teilnehmer.

    Selbst der Ausfall von Neven Subotic (Sperre) und Shinji Kagawa (Fußbruch) bereitet dem BVB keine Sorgen. Subotic wird durch Felipe Santana ersetzt, und der Japaner Kagawa wurde in der Zentrale schon beim 3:0 in Wolfsburg hervorragend von Shootingstar Mario Götze vertreten. So ist die Vorfreude auf ein Fußballfest groß. «Das wird ein geiles Derby», sagte Kevin Großkreutz. Ob der Ex-Borusse Christoph Metzelder der Rückkehr freudig entgegenfiebert, ist nicht überliefert. Er sagte nur: «Ich weiß, was mich erwartet.»

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