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    Braucht man Ellbogen, oder reicht Arbeit?

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    Foto: Julia Rau

    Natürlich lebt der Wettkampfsport davon, dass genau dies nicht möglich ist. Aber selbst Hobbysportler wüssten gerne, welche Zutaten zum Siegen notwendig und hilfreich sind. Bei der Trainertagung des rheinland-pfälzischen Ruderverbandes im Bootshaus des MRV lauschten die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion, bei der Experten sich über Faktoren des Erfolges austauschten.

    Die schlechte Nachricht für alle, die auf Hilfe aus dem Genlabor hoffen: Das eine Erfolgsgen im Menschen gibt es mit Sicherheit nicht, referierte Professor Michael Macsenaere den Forschungsstand. "Im hohen Maße prägen Gene dagegen die körperlichen Ausprägungen", sagte der Sportpsychologe.

    Eine Faustformel sei es, dass je ein Drittel eines sportlichen Erfolges von Genen, Umfeld und Charaktereigenschaften des Sportlers abhängen. Hilfreich sind Faktoren wie eine gute Bildung, der Glaube an sich selbst, Optimismus, Fleiß und schlichtes Glück. Nicht so nett: Olympiasieger sind laut Studien zwar etwas intelligenter als Nicht-Olympiasieger, aber auch eher bereit, unfaire Methoden einzusetzen.

    Marcel Hacker (Foto: Rau) bestätigte dies. Der Ruder-Weltmeister von 2002 wundert sich nicht, dass mancher Sieg moralisch nicht einwandfrei ist. "Der Ellbogen gehört zu unserer Gesellschaft, den muss man einsetzen", erläuterte er. "Aber möglichst, ohne jemanden zu verletzten oder zu kränken." Matthias Woitok vom Landesruderverband zieht aus seinem Beruf als Banker Erkenntnisse, wie er ganz offen bekannte: "Es hilft, Regeln zu umgehen."

    Rudertrainer-Legende Lothar Trawiel dagegen sieht die Titel seines erfolgreichsten Schülers Thomas Lange keineswegs als Erfolg eines Ellbogen-Menschen. "Er hat immer sehr präzise gearbeitet und konnte einfach nicht verlieren", betonte er vielmehr. Chirurg Lange sei dennoch bis heute ein bescheidener Mensch geblieben.

    Im Bootshaus kocht Sternekoch Frank Buchholz. Sein Erfolg ist langsam gewachsen und "kein Fall von Killergen, sondern Konzentration". Wie auch Sportler unter manchen Trainern, hatte Buchholz unter Chefs wie Gerhard Käfer wenig zu lachen - und fand das gar nicht witzig. "Der Umgangston war militärisch, und das empfand ich als extremen Stress."

    Guido Steinacker

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