Archivierter Artikel vom 06.12.2010, 12:08 Uhr
Berlin

Boy-Manager: Kein dritter Dauer-Zoff der Stars

Philipp Boy wollte sich nicht den Mund verbrennen, sein Manager Bernhard Schmittenbecher fand deutliche Worte: Der Streit zwischen den beiden Turn-Stars soll nach den kritischen Äußerungen von Fabian Hambüchen gegen seinen aufstrebenden Konkurrenten nicht weiter eskalieren.

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Der Vize-Weltmeister aus Cottbus verzichtete daher am Tag nach seinem Wellness-Urlaubs auf jegliche öffentliche Statements zur heftigen Kritik Hambüchens. Dafür sprang Schmittenbecher ein. «Alles, was Philipp beim Meisterschaftsfinale in Berlin gesagt hat, war nur der Sorge um die positive Bewertung seiner Sportart geschuldet», erklärte der Manager am Montag der Nachrichtenagentur dpa.

Hambüchen hatte tags zuvor in einem Interview seinen Teamgefährten angegriffen. «Philipp Boy sollte sich um seine eigene finanzielle Situation kümmern und sich nicht über Dinge äußern, von denen er keine Ahnung hat», hatte Hambüchen erklärt. Der Lausitzer hatte nach dem Gewinn des Meistertitels durch den SC Cottbus gegen Straubenhardt gestichelt, Hambüchen bekomme «viel Geld von der KTV und macht eben etwas anderes. Das müssen die unter sich ausmachen, wie sie das handhaben wollen.»

Schmittenbecher verteidigte die Äußerungen seines Mandanten. «Wenn ein Meisterschaftsfinale ansteht, an dem ein Turner wegen Verletzung nicht antreten kann, sollte er im Interesse seiner Sportart nicht parallel bei einer Klamauk-Veranstaltung auftreten. Es sollte das Recht eines Sportlers sein, so etwas zu kritisieren», sagte er und bezog sich damit auf Hambüchens Start beim TV-Total-Turmspringen von Stefan Raab.

Die Sportart habe in den zurückliegenden Monaten eine solch positive Entwicklung genommen, wozu beide Turner beigetragen hätten, sagte der Boy-Manager. «Fabian ist nach wie vor der Hero der Sportart – das wird von Philipp nicht infrage gestellt», versicherte Schmittenbecher, dass es überhaupt nicht im Sinne seines Schützlings sei «eine dritte Fortsetzung der Sportler-Auseinandersetzungen wie zwischen Boris Becker und Michael Stich oder Anni Friesinger und Claudia Pechstein aufzulegen».

Rainer Brechtken, der Präsident des Deutschen Turner-Bundes (DTB), war bemüht, die Wogen zwischen beiden Turn-Stars zu glätten. «Ich gehe davon aus, dass es in der Nationalmannschaft keine Probleme gibt, sonst wäre das Team nicht in Rotterdam mit 18 fehlerfreien Übungen WM-Dritter geworden», sagte Brechtken der dpa. «Die vorangegangenen kleinen Frotzeleien im Team über Fabians Autobiografie sind doch längst beendet, da bleibt nichts zurück.»

Zugleich räumte der Präsident Spannungen zwischen Hambüchen und der KTV Straubenhardt ein, die zur Aufhebung des Vertrages geführt hatten. «Ich weiß, dass es in Straubenhardt eine arge Verärgerung gibt. Aber das ist Sache zwischen dem Verein und dem Sportler, dazu möchte ich mich nicht weiter äußern», sagte Brechtken. «Ich hoffe, wir erleben zwischen Hambüchen und Boy künftig einen harten aber fairen Konkurrenzkampf, der das ganze Team weiterbringt.»