Archivierter Artikel vom 18.09.2010, 17:08 Uhr
Ostrau

Boll gegen Süß im Einzel – Gold im Doppel

Tischtennis-Star Timo Boll fehlen nur noch zwei Siege zum dritten EM-Triple. Der zwölffache Rekord-Europameister qualifizierte sich in Ostrau mit einem 4:0-Erfolg gegen den Franzosen Adrien Mattenet für das Halbfinale im Einzel.

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Meisterlich
Die Europameister Timo Boll (r) and Christian Süß präsentieren stolz ihre Pokale.
Gewonnen
4:0 lautete das Final-Ergebnis von Boll/Süß gegen Sternberg/Groth aus Dänemark.

Gegner ist ausgerechnet sein Doppel-Partner Christian Süß, der mit 4:1 gegen Adrian Crisan aus Rumänien gewann. Der dritte Düsseldorfer, Patrick Baum, und Ex-Weltmeister Werner Schlager aus Österreich ermitteln den zweiten Finalisten.

Überraschungserfolg
Baum besiegte den Weltcupsieger Samsonow aus Weißrussland mit 4:3 Sätzen.

Damit stehen zum zweiten Mal nach 2003 drei Herren des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) in einem EM-Halbfinale und haben jeweils eine Medaille sicher. Gold holten zuvor das Team und das Doppel Boll/Süß. «Das ist doch super für den DTTB. Jeder will natürlich gewinnen», sagte Boll. Er hatte bei der nationalen Meisterschaft in Trier das Duell mit Süß verloren. «Ich bin bereit für die Rolle des Spielverderbers», meinte Süß. Zu beachten ist auch Baum, der den Weltcupsieger Wladimir Samsonow (Weißrussland) 4:3 bezwang.

Erfolgsduo
Timo Boll (l) and Christian Süß feiern ihren EM-Titel im Doppel.

Boll hatte vor seinem Erfolg gegen Mattenet quasi im Vorbeigehen die schwedische Legende Jan-Ove Waldner als erfolgreichsten EM-Spieler abgelöst. Der deutsche Ausnahmespieler gewann an der Seite von Süß im Doppel seinen insgesamt zwölften EM-Titel und ist nun alleiniger Rekordhalter. Das Düsseldorfer Parade-Duo Boll/Süß fertigte die krassen Außenseiter Kasper Sternberg/Jonathan Groth aus Dänemark im Finale mit 4:0-Sätzen ab.

Jubelschrei
Patrick Baum schreit seine Freude nach dem Halbfinaleinzug frei heraus.

Für Linkshänder Boll und Rechtshänder Süß war es bereits das vierte EM-Gold im Doppel in Serie – das gab es vorher noch nie. «Wir beherrschen meistens das Kurz-Kurz-Spiel über dem Tisch. Das ist eigentlich immer der Schlüssel zum Erfolg», erläuterte Boll die fast erdrückenden Dominanz. Sie drückte sich im Finale in Zahlen mit 11:9, 11:5, 11:4, 11:2 aus. «Ein spezielles Training haben wir nicht absolviert», meinte Süß.

Viertelfinal-Aus
Für die deutsche Meisterin Kristin Silbereisen war das Viertelfinale Endstation.

Die beiden Fußballfans – Boll ist BVB-Anhänger, Süß drückt Schalke die Daumen – gaben in sechs Turnier-Partien nur einen Satz ab. Im Endspiel musste Süß in einem gelb-schwarzen Trikot spielen. «Das war unangenehm», scherzte der achtfache Europameister, der unbedingt seine erste Einzelmedaille erringen möchte.

«Das ist nur gut so, damit habe ich kein Problem», kommentierte Waldner im fernen Stockholm seine Wachablösung durch Boll. Der wollte das Rekord-Thema nicht so hoch hängen. «Momentan beschäftigt mich das nicht so. Vielleicht, wenn ich meine Karriere beende», sagte der Weltranglisten-Zweite.

Für die Damen des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) endete die EM wie zuletzt 2008 in St. Peterburg ohne Medaillengewinn. Die deutsche Meisterin Kristin Silbereisen vom FSV Kroppach scheiterte als letzte Vertreterin im Viertelfinale. Sie unterlag mit 2:4-Sätzen der früheren Europameisterin Liu Jia aus Österreich.