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    Magdeburg

    Boll fehlt Frische – Wang Hao gewinnt Weltcup

    Deutschlands Tischtennis-Star Timo Boll zollte beim Heim-Weltcup in Magdeburg dem Kräfteverschleiß der Vorwochen Tribut. Der Top-Favorit konnte wie sein Teamkollege Dimitrij Ovtcharov nicht in die Phalanx der Großmacht China einbrechen.

    Anstrengend
    Timo Boll wischt sich den Schweiß aus dem Gesicht.

    Trotz der Unterstützung von insgesamt 10 400 Fans landete der an Nummer eins gesetzte Boll auf Platz drei. «Wang Hao ist ein anderes Kaliber, er war nicht zu knacken. Ich habe das Maximale herausgeholt. Mein Kopf könnte jetzt eine Gehirnwäsche verkraften» kommentierte der Europameister die deutliche 1:4-Niederlage gegen den Weltmeister.

    Die Pleite im Halbfinale des mit 150 000 Dollar (108 000 Euro) dotierten Prestige-Turniers beendete alle Hoffnungen des Weltranglisten-Zweiten auf seinen dritten Weltcup-Sieg nach 2002 und 2005. Im «kleinen Finale» um Platz drei hielt sich der Vielspieler mit 4:3 und letzter Kraft gegen den Japaner Jun Mizutani schadlos. «Ich weiß nicht, ob so ein Spiel sein muss. Der Weltverband kennt unseren Terminkalender. Da muss man auch an die Gesundheit denken», kritisierte Boll die Ansetzung. Weltmeister Wang Hao gewann mit 4:1 gegen seinen Landsmann Zhang Jike zum dritten Mal den Weltcup und die Siegprämie von 45 000 Dollar.

    Boll hatte bereits am Vortag nur mit einem Kraftakt gegen den Taiwanesen Chuan Chih-Yuan ein frühes Aus im Viertelfinale verhindert. «Timo agierte spielerisch gut, war aber nicht im allerfrischesten Zustand», sagte DTTB-Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig. Er kündigte für den 29-jährigen Linkshänder eine dringend benötigte Urlaubsphase im November an: «Dann spielt Timo Golf statt Tischtennis.» Boll strich die Polen Open und das Pro Tour-Finale aus seinem Turnierkalender. «Ich werde im Urlaub nicht nur faulenzen», sagte er.

    Ovtcharov kam beim Comeback nach seinem spektakulären Doping-Freispruch zum dritten Mal in Serie ins Viertelfinale. Der 22-Jährige genoss die Rückkehr in die Tischtennis-Familie, freute sich über den Zuspruch der Zuschauer und Mitspieler und verlor nur gegen die chinesischen Finalisten Wang Hao und Zhang Jike. «Ich habe wirklich gut gespielt, auch wenn ich den ungenutzten Möglichkeiten etwas nachtrauere», sagte der Team-Europameister.

    «Wir konnten den Abstand zu den Chinesen nicht verringern. Ich habe dennoch positive Ansätze gesehen, wir werden weiterhin angreifen», analysierte DTTB-Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig das Turnier mit zahlreichen Partien auf hohem Niveau. «Dimitrij hat mich angenehm überrascht. Insgesamt bin ich mit einmal Halbfinale und einmal Viertelfinale zufrieden», sagte Bundestrainer Jörg Roßkopf.

    Das Duo Boll und Ovtcharov reist bereits an diesem Montag weiter zum European Super Cup nach Russland, unterstützt vom EM-Zweiten Patrick Baum und EM-Dritten Christian Süß (beide Düsseldorf). Die DTTB-Asse stellen beim 120 000 Dollar-Preisgeldturnier mit vier Teilnehmern die Hälfte des Achterfeldes. «Da kann ich nur wenig coachen. Deshalb bleibe ich zu Hause», sagte Roßkopf.

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