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    Berlin

    Bloß kein Risiko – ein Porträt der «Generation Mitte»

    Wer ist die «Generation Mitte» in Deutschland? Sie fürchte Veränderung und sei ziemlich konservativ, ergibt eine Studie. Beim Geld verlassen sich viele Frauen auf den Mann.

    Stabile Beziehungen wichtig
    Stabile Beziehungen, genügend Geld und Gesundheit - das ist der mittleren Generation in Deutschland wichtig.
    Foto: Hendrik Schmidt - DPA

    Alles soll so bleiben, wie es ist. Das trifft das Lebensgefühl von rund 35 Millionen Menschen in Deutschland einer Umfrage zufolge gerade ziemlich gut. «Sicherheitsbewusst und nüchtern» sei die «Generation Mitte», beschreibt Renate Köcher, die Chefin des Meinungsforschungsinstituts Allensbach. Den 30- bis 59-Jährigen sei all das besonders wichtig, was ihre Lebenssituation stabil halte: Gesundheit, glückliche Partnerschaft, gute Freunde und finanzielle Sicherheit. «Nicht gerade eine hedonistische Gesellschaft», lautet Köchers Resümee.

    Dabei ist diese «Generation Mitte» eine ganz wichtige: Die 35 Millionen Menschen im Alter von 30 bis 59 Jahren tragen den größten Anteil der Steuereinnahmen in Deutschland, sie finanzieren die sozialen Sicherungssysteme, erziehen Kinder und pflegen die Älteren. «Diese Menschen haben ein ganz ausgeprägtes Bedürfnis nach Stabilität», hat Köcher unter 1420 repräsentativ ausgewählten Männern und Frauen erfragt. Am liebsten soll sich wenig ändern, nicht beim Freundeskreis, nicht beim Job, dem Wohnort, der Familie.

    Solche Veränderungen machen der «Generation Mitte» Angst. «Alles, was die Stabilität des eigenen Lebens außer Kraft setzen könnte», fasst Köcher zusammen. Gesundheitliche Probleme stehen ganz vorn, dann die Sorge um Familienangehörige und um den Lebensstandard im Alter. Jeder Vierte fürchtet mehr Stress.

    KINDER seien für die «Generation Mitte» anders als früher keine Garantie mehr für ein glückliches Leben, sagt Köcher. «Sie werden als Option gesehen, aber nicht als etwas, das man haben muss.» Das gebe zu denken, vor allem weil Kinderkriegen auch bei den jüngeren nicht gerade hoch im Kurs stehe.

    Konservativer sieht es beim ROLLENVERSTÄNDNIS aus: 45 Prozent der «Generation Mitte» befürworten, dass der Mann Vollzeit und die Frau Teilzeit arbeitet, damit sie sich um Kinder und Haushalt kümmern kann. Männer und Frauen unterschieden sich in der Frage kaum, sagt Köcher. 65 Prozent der Mütter blieben berufstätig, weil die Familie auf das Gehalt angewiesen sei, die Hälfte, weil es ihnen Spaß mache.

    Ihren JOB halten die Mitglieder der «Generation Mitte» weitgehend für sicher. Weniger als zehn Prozent sind besorgt, im nächsten halben Jahr gekündigt zu werden. Die meisten sind schon zehn Jahre lang beim selben Arbeitgeber und wollen da auch bleiben. Zugleich aber gab fast jeder Zweite an, beruflich unter Stress zu stehen. Jeder dritte möchte früher in Rente gehen.

    Große Angst haben die 30- bis 59-Jährigen der Umfrage zufolge um ihre RENTE. Nur jeder Vierte geht davon aus, im Alter keine finanziellen Sorgen zu haben. «Die Menschen befürchten zwar einen Einbruch des Lebensstandards, sorgen aber nicht vor», hat der Präsident der Versicherungswirtschaft, Alexander Erdland, beobachtet. Vor allem Frauen, die beruflich wegen der Kinder zurückgesteckt hätten, verließen sich voll auf ihre Männer.

    SPAREN will die «Generation Mitte» trotz ihrer Ängste anders als frühere Generationen nicht mehr um jeden Preis. Drei Viertel sagten, sie hätten «keine Lust, mich dafür allzu sehr einzuschränken».

    Studienergebnisse im Web nachlesen

    Die Ängste der «Generation Mitte»

    Die mittlere Generation in Deutschland will einerAllensbach-Umfrage vor allem stabile Lebensverhältnisse und wenig Abwechslung. Eine Auswahl der größten Ängste der 30- bis 59-Jährigen:

    - gesundheitliche Probleme 73%- dass engen Familienangehörigen etwas zustößt 64%- Lebensstandard im Alter nicht halten können 55%- Berufsunfähigkeit nach Krankheit oder Unfall 49%- dass Eltern zum Pflegefall werden 48%- dass das Geld an Wert verliert 47%- dass das Einkommen nicht ausreicht 41%- Arbeitslosigkeit 30%- immer mehr Stress 26%- hohe Schulden 19%

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