Archivierter Artikel vom 22.06.2011, 10:22 Uhr

Blinddarmentzündung: Warnzeichen erkennen

Weimar (dpa/tmn). Bauchschmerzen und Erbrechen können bei Kindern unter Umständen auf einer Entzündung des Blinddarm-Wurmfortsatzes beruhen – der sogenannten Blinddarmentzündung.

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Im Unterschied zu einem durch Viren oder Bakterien verursachten Magen-Darm-Infekt treten bei einer Blinddarmentzündung die Bauchschmerzen schon auf, bevor sich Fieber entwickelt. Eltern sollten in solch einem Fall unbedingt einen Kinder- und Jugendarzt aufsuchen oder mit ihrem Kind zur Notfallambulanz fahren, rät Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Köln.

«Die Beschwerden beginnen meist in der Mitte des Bauchs und wandern dann zur rechten unteren Seite. Sie können aber auch in der oberen Bauchhälfte überwiegen», erläutert er. «Ist der Bauch zusätzlich hart oder wirkt gebläht, können dies auch Zeichen für eine Blinddarmentzündung sein.» Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, aber auch Durchfall mit kleinen schleimigen Stuhlmengen, nicht abgehende Blähungen sowie Appetitlosigkeit sind weitere Anzeichen.

Insgesamt kann sich eine Blinddarmentzündung von eher unspezifischen Symptomen bis hin zum klassischen Schmerz im rechten Unterbauch in vielen Variationen bemerkbar machen. Eine Blinddarmentzündung kann in jedem Alter auftreten, am häufigsten ist aber die Altersgruppe der 11- bis 20-Jährigen betroffen. Bei Kleinkindern entzündet sich der Blinddarm-Wurmfortsatz (Appendix) sehr selten. Je kleiner die Kinder, desto unspezifischer sind die Krankheitszeichen.

«Unbehandelt kann dieser Wurmfortsatz nach etwa zwei bis drei Tagen platzen, so dass Bakterien und Kotreste in den Bauchraum gelangen und dann meist abgekapselt als Abszess weiter schwelen», sagt Fegeler. «Es kann sich aber auch eine lebensbedrohliche Bauchfellentzündung entwickeln.» Um es nicht so weit kommen zu lassen, sollte bei allen andauernden oder zunehmenden Bauchschmerzen der Kinder- und Jugendarzt aufgesucht werden.

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