Archivierter Artikel vom 06.11.2013, 10:20 Uhr

Biografiearbeit versöhnt viele mit ihrem Alter

Köln (dpa/tmn). Erinnerungen sind wertvoll: Der Rückblick auf ein aufregendes Leben kann Senioren mit dem Altersprozess versöhnen. Wer seine Lebensgeschichte aufschreibt oder von einem Profi ausformulieren lässt, hinterlässt seinen Nachkommen einen regelrechten Schatz.

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Lebensgeschichte aufschreiben
Die eigene Lebensgeschichte aufschreiben: Erinnerungen sind wertvoll – für den Verfasser und für die Nachkommen.
Foto: Patrick Pleul – DPA

«Mensch, früher, da habe ich tolle Sachen erlebt»: Viele Senioren leben sehr auf die Vergangenheit bezogen. Diese Rückwärtsgewandtheit hat aber auch eine positive Seite. «Das Erinnern macht das Leben leichter», sagt Christine Sowinski vom Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA). Denn in der Rückschau werde vielen oft erst klar, wie reichhaltig und aufregend ihr Leben bisher war. Und das helfe vielen, sich mit ihren heutigen Gebrechen zu versöhnen. «Das Erinnern, sowohl von positiven als auch negativen Dingen, macht das Leben rund.»

Um den Effekt zu verstärken, können Ältere ihre Erfahrungen aufschreiben. «Das ist ein unheimlicher Schatz, vor allem für Kinder und Enkel.» Wer kein Freund von vielen Worten ist, kann nur eine Reihe von chronologischen Daten notieren. Auch das sei für die nachkommenden Generationen interessant, etwa um herauszufinden, wer mit wem wie verwandt ist. Wer das Ganze in eine richtige Geschichte gießen möchte und das nötige Kleingeld hat, kann auch einen professionellen Biografieschreiber engagieren, der gezielt Fragen zu früher stellt.

Wer keine Kinder hat, die sich für die eigene Lebensgeschichte interessieren, kann sich mit seinen Erinnerungen an einen Heimatverein oder ein Stadtarchiv wenden. Dort ist das Interesse an schriftlichen Zeitzeugenberichten oft sehr groß.