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    Bier probieren gehört zum Studieren

    Osnabrück (dpa). Für einige Studenten der Fachhochschule Osnabrück gehört Probieren zum Studieren: Denn in der Fakultät für Agrarwissenschaften steht seit Kurzem eine Anlage zum Bierbrauen.

    Bis zu 100 Liter Gerstensaft können die angehenden Wirtschaftsingenieure für Lebensmittelproduktion hier in einem Durchgang herstellen. Weniger feucht-fröhlich als vielmehr nüchtern ist der Titel des Seminars für die Drittsemester: «Praktikum Lebensmitteltechnik» lautet die schlichte Überschrift der Lehrveranstaltung.

    Mit dem Bachelor-Abschluss eröffnen sich den Absolventen Jobs bei Lebensmittelunternehmen im Management, Vertrieb, Einkauf oder in der Produktentwicklung, erläutert Jessica Wiertz, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fakultät. Was sie dafür können müssen, sollen sie fächerübergreifend lernen. Und dazu kann eben auch das Brauen von Bier gehören.

    Einmaischen, erhitzen, Würze kochen, kühlen, gären, lagern – solche Stichwörter stehen auf dem Studienplan der Studenten. In der linken Hand das Brauprotokoll, die Rechte in der Kitteltasche, so stehen fünf Studentinnen und ein Student um die Anlage herum. Eben haben sie Gerstenmalz eingefüllt. Und was nun? Geduldig erklärt Wiertz den nächsten Schritt.

    «Wir brauen nach dem deutschen Reinheitsgebot», sagt sie. Das Rezept für das Pils wurde vom Hersteller der Brauanlage mitgeliefert. Jetzt wird das Brauerhandwerk im Praktikum am akademischen Braukessel an die insgesamt 49 Studenten des Semesters weiter vermittelt. An einem Monitor beobachten sie den Brauprozess.

    Allerdings bedeutet das Probieren beim Studieren auch, dass nicht alle Ergebnisse gut schmecken. Das liegt nicht unbedingt an der Bedienung, sondern auch an den Zutaten. So muss der optimale Hopfen – der nicht zu bitter sein sollte – erst gefunden werden.

    Hopfenpelletts, Gerstenmalz und Hefe: Das, was das Bier ausmacht, lässt die Fachhochschule liefern. Ist das Bier gebraut, lagert es vier Wochen lang. Zur Brauanlage gehören eine Kühlung, Fässer zum Lagern und auch eine Versuchsanlage zum Filtern steht vor Ort. Ohne sie würden Reststoffe das Bier zu sehr trüben.

    Doch das ist zu diesem Zeitpunkt des Brauens erst mal egal, denn zur Praxiserfahrung gehört auch die Verkostung. Sensorik, Geruch und Geschmack müssen stimmen. «Vollmundig» kreuzen die Studenten auf dem Protokoll an. Die Arbeit am Kessel macht ihnen Freude. Ob sie mal in einer Bierbrauerei arbeiten möchten? Die Antworten sind verhalten. «Hauptsache die Kenntnisse reichen für das Brauen zu Hause», sagt eine der Studentinnen und lächelt hoffnungsfroh.

    Ludger Figura, Professor für Lebensmitteltechnik der FH, sieht die Schulung am Braukessel nüchtern. «Das Trinken ist nicht unser Ziel, sondern die praxisnahe Ausbildung der Studierenden», betont er. Deshalb bietet die FH auch ein weiteres Projekt rund ums Brauen, in dem sich Studenten mit Produktentwicklung, Projektplanung und Marketing auseinandersetzen. Sie entwickeln ein Logo, verkosten das Bier mit Kommilitonen und Dozenten und präsentieren ihr Projekt zum Semesterabschluss zur Bewertung. Ob es einmal ein offizielles Campusbräu der Fachhochschule Osnabrück geben wird, das steht noch in den Sternen.

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