Archivierter Artikel vom 17.03.2011, 13:42 Uhr
Oslo

Biathlon-Star Neuner: «Nicht vernünftig, aber...»

Schon wieder ein großer Erfolg für Biathlon-Star Magdalena Neuner. Völlig überraschend gewann die zehnmalige Weltmeisterin in Oslo den Sprint-Weltcup. «Damit habe ich absolut überhaupt nicht gerechnet», sagte die zweimalige Olympiasiegerin im Interview der Nachrichtenagentur dpa.

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Ausgepumpt
Völlig ausgepumpt erreicht Magdalena Neuner beim Sprint in Oslo das Ziel.
Foto: DPA

Vier Tage nachdem die 24-Jährige bei der WM in Chanty-Mansijsk der deutschen Damen-Staffel als Schlussläuferin mit einer unglaublichen Leistung Gold beschert hatte, drehte sie beim Weltcup-Finale erneut auf. Dabei war die Bayerin bei ihrem fünften Weltcupsieg in diesem Winter und dem 24. ihrer Karriere auch noch krank.

Urplötzlich haben Sie den Sprint-Weltcup gewonnen. Haben Sie damit gerechnet?

Neuner: «Absolut überhaupt nicht. Vor allen Dingen nicht in der Früh, denn ich bin am Montag schon ein bisschen krank angereist. Und deshalb habe ich überlegt, ob ich überhaupt laufen soll. Es jammern jetzt viele. Ich merke einfach, dass ich langsam kaputt bin und irgendwie nichts mehr geht.»

Und warum gewinnen Sie dann?

Neuner: «Ich habe gesehen, dass ich eigentlich ganz gut mitlaufen kann. Ich habe am Schießstand sauber gearbeitet, aber es hat mich schon überrascht, dass ich gewinne und auch noch den Sprint-Weltcup hole. Ganz ehrlich, ich habe überhaupt nicht gewusst, wo ich in der Wertung liege.»

Wissen Sie denn, wo Sie in der Weltcup-Gesamtwertung vor den letzten beiden Saisonrennen liegen?

Neuner: «Relativ weit vorne ...»

Sie haben 38 Punkte aufgeholt, sind nur noch 22 Zähler hinter Spitzenreiterin Kaisa Mäkäräinen zurück. Ist nach 2008 und 2010 ihr dritter Weltcup-Gesamtsieg noch drin?

Neuner: «Irgendwie denke ich da nicht drüber nach. Für mich war das überhaupt kein Thema – bis jetzt. Aber es kommt halt immer anders, als man denkt. Wir können uns überraschen lassen.»

Warum wollten Sie denn Ihren Start absagen?

Neuner: «Ich habe schon überlegt, ob ich überhaupt Sprint und Verfolgung mitlaufen soll. Ob ich mich nicht mehr auf den Massenstart am Sonntag konzentrieren soll, weil ich da ja das rote Leibchen habe. Es wäre ja schließlich egal gewesen, ob ich Dritte oder Fünfte werde im Gesamtweltcup. Aber ich habe mir gesagt, ich versuche mitzulaufen, damit ich wenigstens am Samstag den Verfolger laufen kann. Und dann ging es so gut ....»

Was macht die beste Biathletin der Welt, wenn Sie krank ist?

Neuner: «Die liegt im Bett rum. Ich habe mich auch nicht warm gemacht vor dem Wettkampf, weil ich gar nicht die Kraft dazu hatte. Ich habe mir gesagt, zur Not steige ich aus, wenn es gar nicht mehr geht.»