40.000
Aus unserem Archiv
Karlsruhe

BGH: Keine Haftung bei öffentlicher Pferdeauktion

Das Risiko liegt beim Pferdenarren: Kommt ein Tier bei einer öffentlichen Versteigerung unter den Hammer, gilt das Prinzip «wie besichtigt und geritten». Schadenersatz wird der Käufer später nur schwer einfordern können.

Pferde im Schnee
Bei öffentlichen Pferde-Versteigerungen gilt das Prinzip: gekauft «wie besichtigt und geritten». (Bild: dpa)

Das geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe hervor (Aktenzeichen: VIII ZR 71/09). Danach gelten für eine öffentliche Auktion nicht die Regeln eines normalen Kaufvertrags, mit denen der Verbraucher bei Mängeln sein Geld leichter zurück bekommt. Im konkreten Fall heißt das, die Klägerin muss deutliche Nachweise für die monierte Unart ihrer Stute liefern. «Die Beweislast liegt bei der Klägerin», sagte Richter Wolfgang Ball. «Hat sie nicht genügend Nachweise, wird sie verlieren.»

Die Frau, die hobbymäßig eine Gestüt betreibt, hatte das Tier im Januar 2005 bei einer Auktion des Verbandes hannoverscher Warmblutzüchter für knapp 160 00 Euro erstanden. Dieser hatte einen öffentlich bestellten Versteigerer engagiert, was die Veranstaltung laut BGH-Urteil zu einer öffentlichen Auktion machte. Damit waren auch Vorschriften nicht zu beanstanden wie eine Klausel zur Haftung des Verbandes, wonach die Pferde «wie besichtigt und geritten» den Besitzer wechselten.

Nach dem Zuschlag kam die Ernüchterung: Das Pferd zeigte die Unart, häufig sehr lautstark Luft einzuatmen. Das Verhalten – im Fachjargon «Freikoppen» genannt – ist nicht nur unschön, sondern hat spürbare Auswirkungen: Es kann verstärkt zu Koliken kommen, und der Wert des Tieres sinkt. Darum will die Besitzerin ihr Geld zurück: Neben dem Kaufpreis fordert sie vom Zuchtverband Entschädigung für entstandene Kosten – insgesamt bis zu 200 000 Euro.

Hätte sie das Pferd nicht bei einer Auktion, sondern beim Züchter gekauft, wären die Erfolgsausichten nicht schlecht: Zum Schutz des Verbrauchers geht das Gesetz davon aus, dass der Mangel bereits beim Verkauf vorlag, wenn er sich innerhalb der nächsten sechs Monate zeigt. Weil sie sich aber nicht auf die Vorschriften des «Verbrauchsgüterkaufs» stützen kann, muss nun die Pferdebesitzerin beweisen, dass dem so ist. Anhaltpunkte gibt es dafür, meinten die Karlsruher Richter. Darum verwiesen sie den Fall zurück an das Oberlandesgericht Köln, wo nun ein Sachverständiger eingeschaltet werden soll.

Pressemitteilung des BGH zum Urteil: dpaq.de/BGH_urteil

epaper-startseite
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
Anzeige
UMFRAGE
Soll Idar-Oberstein sich um die Landesgartenschau 2026 bewerben?

Viele Leerstände, Bevölkerungsschwund und finanzielle Schwierigkeiten: Idar-Oberstein hat mit vielen strukturellen Problemen zu kämpfen. Jetzt liegt ein Vorschlag auf dem Tisch, wonach die Stadt sich um die Landesgartenschau 2026 bewerben soll.

Das Wetter in der Region
Mittwoch

9°C - 21°C
Donnerstag

6°C - 16°C
Freitag

9°C - 19°C
Samstag

9°C - 19°C

Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

Onliner vom Dienst
Jochen Magnus 
0261/892-330 | Mail 
Fragen zum Abo:
0261/9836-2000 | Mail
Anzeigenannahme:
0261/9836-2003 | Mail

Anzeige
Wirtschaft im nördlichen Rheinland-Pfalz
Event-Kalender
Veranstaltungstipps

Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!