Archivierter Artikel vom 11.09.2012, 13:49 Uhr
Bonn

Bettina Wulff setzt auf Bonner Anwalt Gernot Lehr

Bettina Wulff vertraut in ihrem Kampf gegen Verleumdungen einem Anwalt aus Bonn: Gernot Lehr (55) kennt sich mit der rechtlichen Verteidigung von Staatsoberhäuptern gut aus. Schon den Bundespräsidenten Johannes Rau bugsierte der stets freundliche und gelassene Medienrechtler geschickt durch die sogenannte Flugaffäre. Rau überstand die Affäre mit einigen Blessuren und blieb im Amt.

Lesezeit: 1 Minuten
Der Bonner Anwalt Gernot Lehr vertrat bereits Christian Wulff. Auch Johannes Rau geleitete er sicher durch die sogenannte Flugaffäre.
Der Bonner Anwalt Gernot Lehr vertrat bereits Christian Wulff. Auch Johannes Rau geleitete er sicher durch die sogenannte Flugaffäre.
Foto: dpa

Lehr erwarb sich in der Politik, aber auch bei seinen Gegenspielern, den Medienhäusern, schnell einen Ruf als ausgebuffter, unangenehmer, aber nie unfairer Anwalt.

Er vertrat unter anderen Kurt Beck, Ulla Schmidt, Guido Westerwelle und Anfang des Jahres auch Christian Wulff in der Hauskreditaffäre – immer auf der Suche nach einer Anspruchsgrundlage, um seinen Mandanten mit den Mitteln des Rechtsstaats aus der Klemme zu helfen. Dass der Bonner Fan von Bayer Leverkusen sich auf die komplexen Fälle der Politikerskandale spezialisiert hatte, brachte ihm nicht nur den Spitznamen „Staats-Anwalt“, sondern auch jede Menge Aufträge ein. Bei dem zwischenzeitlich abgetauchten Bundespräsidenten Christian Wulff fungierte Lehr gar als Sprecher und beantwortete Tag und Nacht Detailfragen der Journalisten zu Christian Wulffs Urlaubsreisen, Spesenabrechnungen und Unternehmerfreunden. Nun kämpft der Bonner, dessen seriöse und ruhige Art so gar nicht ins euphorische Rheinland passt, an der Seite der ehemaligen First Lady Bettina Wulff. Dafür legt er sich auch mit Google an. Sollte der Hobby-Marathonläufer, der seit einem Vierteljahrhundert in der Kanzlei Redeker arbeitet, den Weltkonzern bezwingen, kann er sich frühzeitig zur Ruhe setzen. Sein Eintrag in der Ruhmeshalle der Juristen wäre ihm gewiss.