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Kusadasi

Besuch in fünf Akten: Bei den Ruinen von Ephesos

dpa/tmn

Es ist früher Morgen in Kusadasi. Die Kreuzfahrtschiffe liegen im glasklaren Wasser der türkischen Ägäis. Noch sitzen die meisten Passagiere beim Frühstück. Doch schon bald werden sich die Busse in Bewegung setzen und sie ins nahe gelegene Ephesos bringen.

Prachtstraße von Ephesos
Die Prachtstraße von Ephesos führte früher vom großen Theater bis zum Meer – heute liegt letzteres wegen Versandungen etwas weiter entfernt.
Foto: Lea Sibbel – dpa

Erster Akt: Die Ankunft

Hadrianstempel
Auf der Hauptstraße von Ephesos ist er ein Highlight für die Kameras: der Hadrianstempel.
Foto: Lea Sibbel – dpa

Auf der Route von Kusadasi nach Ephesos blitzt es in der Ferne bereits einmal auf: Die Überdachung des Hanghauses reflektiert die Sonnenstrahlen. Dann verlieren die Busgäste die berühmte Ausgrabungsstätte wieder aus den Augen. Durch Selcuk nähern sie sich der antiken Stadt quasi von hinten. Zwischen den vielen Reisebussen erspähen sie die ersten Ruinenbrocken.

Celsus-Bibliothek
Die Überreste der Celsus-Bibliothek wurden um 1903 freigelegt.
Foto: Lea Sibbel – dpa

Necdet Akcali dirigiert seine Gruppe durch die Scharen an Reisenden bis hin zum Drehtor. Kurzer Stopp: Wer verloren geht, wartet bitte ganz unten auf den Rest der Truppe! Ein Wiederfinden im Touristengewirr ist nahezu aussichtslos. Dann geht es hinein ins antike Ephesos. Die Stadt ist mehrere tausend Jahre alt, erklärt Akcali. «Alle waren hier.» Mal war Ephesos hellenistisch, mal römisch, mal byzantinisch. «Ein kulturreiches Land.»

Erhabener Anblick
Die Überreste der Celsus-Bibliothek ragen in den blauen Himmel über Ephesos.
Foto: Ministerium für Kultur und Tourismus der Republik der Türkei – dpa

Zweiter Akt: Das Bouleuterion

Bevölkerte Hauptstraße
Damals wie heute: Die antike Hauptstraße kann mit einer Fußgängerzone an einem Samstagnachmittag mithalten.
Foto: Lea Sibbel – dpa

Akcali führt die Gruppe zum Bouleuterion. Es gleicht einem Amphitheater. Hier tagte einst der Rat der Stadt. Heute sitzt man unter freiem Himmel – damals gab es ein Dach. Das Auditorium wurde etwa 100 nach Christus erbaut – es ist Teil des römischen Ephesos. Mehr als 200 000 Menschen haben damals hier gewohnt, erzählt Akcali.

Zwischenstopp am Hadrianstempel
Am Hadrianstempel wird ein kurzer Zwischenstopp eingelegt: Zeit für Fotos!
Foto: Lea Sibbel – dpa

Dritter Akt: Auf der Hauptstraße

Restauriertes Bauwerk
Die Überreste des Hadrianstempels haben die Archäologen in Ephesos schon restauriert.
Foto: Lea Sibbel – dpa

«Ich bitte Sie, Ihre Fantasie zu bemühen», sagt Akcali. Das hier war quasi die Fußgängerzone von Ephesos: «Hier Burger King, Benetton, McDonalds», zeigt Akcali auf verschiedene Ruinen. So viel Fantasie braucht es gar nicht. Die antike Hauptstraße hat auch so Ähnlichkeit mit der Fußgängerzone an einem Samstagmittag: Ab dem Domitianstempel wird es immer voller.

Überdachte Ausgrabungsstätte
Zu den Überresten der überdachten Hanghäuser geht es lange bergauf.
Foto: Lea Sibbel – dpa

Die Touristengruppen wälzen sich nun nebeneinander die leichte Steigung hinab, es wird immer enger. Regenschirme und Selfie-Stangen recken sich ab und zu aus der Masse. Pro Tag kommen manchmal 7000 Menschen nach Ephesos. «Neulich hatten wir drei Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig hier», erzählt Akcali. «Man konnte sich kaum bewegen.» Zwei Mitglieder der Gruppe hat es nun tatsächlich erwischt: Sie haben den Rest verloren.

Antike Hanghäuser
Über rund 28 Höhenmeter ziehen sich die Hanghäuser des antiken Ephesos.
Foto: Lea Sibbel – dpa

Vierter Akt: Die Hanghäuser

Freigelegte Wandmalereien
In den Ausgrabungen der antiken Hanghäuser können Touristen wunderschöne Wandmalereien bestaunen.
Foto: Lea Sibbel – dpa

Vor der Celsus-Bibliothek und dem großen Theater biegt Akcali ab. Ein paar Stufen hinauf geht es zu einem gesonderten Eingang, verborgen von den Blicken der Masse, die sich die Hauptstraße hinunterwälzt. In dem großen Gebäude, das schon aus der Ferne kurz die Blicke auf sich gezogen hatte, legt man die Hanghäuser frei. «Die Häuser wurden treppenartig nach oben gebaut», erklärt Akcali.

Fremdenführer Necdet Akcali
Necdet Akcali begleitet Touristengruppen durch die Türkei – etwa vier- bis fünfmal pro Jahr kommt er dabei nach Ephesos.
Foto: Lea Sibbel – dpa

Fünfter Akt: Das Wiedersehen

Katze zwischen den Ruinen
Die Katze lässt sich von den vielen Touristen in Ephesos nicht aus der Ruhe bringen.
Foto: Lea Sibbel – dpa

Ein kleiner Pfad neben den Hanghäusern hinab führt zurück auf die Hauptstraße der antiken Stadt. Ihre vielen Überreste erstrecken sich von hier oben wie kleine weiße Bausteine über die Landschaft. Zurück am Fuß des Hangs angelangt sehen sie schon wieder gewaltiger aus. Allen voran die Überreste der Celsus-Bibliothek, die jetzt direkt vor den Besuchern liegt.

Bouleuterion als Versammlungsort
Im Bouleuterion tagte einst der Rat der Stadt – heute nutzen die Touristen die Steinstufen, um sich kurz auszuruhen.
Foto: Lea Sibbel – dpa

Von hier blicken die Besucher auf die große Prachtstraße, die von der Ausgrabungsstätte wegführt. Einst endete sie direkt am Meer. «Man konnte Ephesos mit Schiffen erreichen», erklärt Akcali. Heute liegt das alte Ephesos ein Stück im Landesinneren – Versandungen haben es vom Meer getrennt.

Die Gruppe schlendert ein paar Meter über die alte Straße, bevor sie zum Parkplatz abbiegt. Dort warten schon die zwei Verlorenen.

Gesellschaft der Freunde von Ephesos

Ephesos

Anreise: Viele Besucher gelangen mit dem Kreuzfahrtschiff nach Kusadasi. Von dort ist es nur rund eine halbe Stunde Fahrt bis nach Ephesos. Wer mit dem Flugzeug anreist, landet in Izmir. Von dort dauert die Fahrt etwa eine Stunde.

Währung: In der Türkei bezahlt man mit der Türkischen Lira. Ein Euro sind in etwa 2,97 Lira (Stand: Mai 2015).

Reisezeit: Die Saison geht in etwa von Mai bis Oktober. Allerdings kann es sich lohnen, vor dem Besuch in Ephesos herauszufinden, wie viele Kreuzfahrtschiffe in Kusadasi ankern: Dann wird es dort mitunter nämlich sehr voll.

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