Archivierter Artikel vom 15.05.2012, 14:25 Uhr
Potsdam

Benbennek neuer Trainer in Babelsberg

Am Tag seiner kirchlichen Trauung segnete der Vorstand des Fußball-Drittligisten Babelsberg 03 die Beurlaubung seines Trainers Dietmar Demuth ab. Christian Benbennek ersetzt ihn und hat in Potsdam einen Einjahresvertrag unterschrieben.

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Der 39-jährige Pole übernimmt das Amt des 57-jährigen Demuth, unter dem der verschuldete Verein gerade den Klassenverbleib schaffte. «Die eklatante Heimschwäche konterkarierte unsere Bemühungen um mehr Zuschauer und Förderer», nannte Geschäftsführer Klaus Brüggemann am Dienstag die Gründe für den überraschenden Schritt. Das hätte eine intensive Diskussion ausgelöst, an deren Ende die Demission Demuths stand.

Babelsberg hatte den Demuth-Vertrag erst im April verlängert, so dass jetzt eine Abfindung fällig werden wird. Insider sprechen von 150 000 Euro, die den Verein weiter belasten werden. Benbennek hatte bis Sommer 2011 den Regionalligisten Eintracht Braunschweig II trainiert und war zuletzt als Spieler-Scout tätig. Mit der A-Jugend-Mannschaft des VfL Wolfsburg war er 2008 Zweiter bei den deutschen Meisterschaften geworden.

Präsident Thomas Bastian sprach auf einer Pressekonferenz etwas nebulös von vorangegangenen «Störungen», ohne präziser zu werden. «Niemand bestreitet die Verdienste Demuths, aber zuletzt ist eine Stagnation eingetreten. Wir werden mit dem neuen Trainer anderen Fußball spielen», sagte Bastian.

Benbennek übernimmt die Mannschaft, deren Kader von 25 auf 22 Spieler schmelzen soll, zum Trainingsauftakt am 11. Juni. «Es wird eine Mischung aus Jung und Alt geben. Wir werden offensiver als bisher spielen», kündigte der neue Coach an. Nur acht Spielerverträge gelten auch für die kommende Saison, für die der Verein beim deutschen Fußball-Bund bis 1. Juni noch Lizenz-Bedingungen erfüllen muss.

Nach Informationen der «Märkischen Allgemeinen Zeitung» wird der durch den Erbpachtvertrag für das Karl-Liebknecht-Stadion ohnehin mit 650 000 Euro verschuldete Verein die abgelaufene Saison mit einem Verlust von 450 000 Euro abschließen.