Archivierter Artikel vom 11.04.2011, 15:38 Uhr

Beifall für deutsche Anti-Doping-Initiative

Kasan (dpa). Die deutschen Gewichtheber haben für ihre Anti-Doping-Initiative bei den Europameisterschaften im russischen Kasan Zustimmung erhalten.

«Unser Vorstoß ist sehr gut angekommen. Wir haben den Stein ins Rollen gebracht», sagte Claus Umbach, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Gewichtheber (BVDG). Der BVDG setzt sich dafür ein, dass künftig alle Trainingskontrollen von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) organisiert und beaufsichtigt werden, anstatt dem Gewichtheber-Weltverband (IWF) zu unterliegen. In Kasan tagten 32 nationale Verbände Europas.

Die Absicht ist, für größere Unabhängigkeit der Kontrollen und Kontrolleure zu sorgen. Bislang setzt der Weltverband die Tests an. Zudem sollen einheitliche Qualitätsstandards erreicht werden. Bei den letztjährigen Europameisterschaften im weißrussischen Minsk war von allen in Moskau analysierten Urinproben nur eine positiv. Nachdem laut Vertrag auch sämtliche Proben ans Kölner Labor geschickt worden waren, standen aber sieben Dopingsünder fest. «Die Labors sind nicht überall auf dem gleichen technischen Stand», beklagte Umbach.

Laut Christian Baumgartner, Vizepräsident des BVDG und Anti-Doping-Beauftragter des Verbandes, soll die Initiative im Sommer bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Malaysia diskutiert werden. Im November bei den Welttitelkämpfen der Männer und Frauen in Paris will der deutsche Verband vor der IWF-Generalversammlung beantragen, das neue Kontrollsystem einzuführen.

Die Wettkämpfe in Kasan enden am 17. April. Für Deutschland gehen zehn Athleten an den Start. Olympiasieger Matthias Steiner pausiert allerdings.