Archivierter Artikel vom 26.08.2010, 16:18 Uhr

Bei Scheidung kassieren auch Versicherer

Hamburg (dpa/tmn). Wenn sich ein Ehepaar scheiden lässt, dürfen Versicherer bis zu 500 Euro an Gebühren kassieren. Das gilt zum Beispiel dann, wenn eine private Rentenversicherung auf die Partner aufgeteilt werden soll.

Illustration Scheidung
Soll etwa eine private Rentenversicherung nach der Scheidung aufgeteilt werden, darf der Versicherer bis zu 500 Euro Gebühren in Rechnung stellen. (Bild: dpa)

Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Stuttgart hervorgeht (Aktenzeichen: 15 UF 120/10), auf das der Bund der Versicherten (BdV) in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg hinweist.

Als Faustformel gaben die Richter vor, dass Lebensversicherer 100 bis 500 Euro an Teilungskosten berücksichtigen dürfen. Das Gericht ließ aber auch Rechtsbeschwerde gegen diesen Beschluss zu.

Bei der Privathaftpflichtversicherung bleibt der Ehepartner des Versicherungsnehmers in der Trennungszeit mitversichert, erklärt die BdV-Vorsitzende Lilo Blunck. Dies ändere sich mit der Scheidung. Deshalb sollte jeder der Partner bereits im Trennungsjahr für einen eigenen Vertrag sorgen. Ansonsten könne der Versicherungsschutz in Gefahr geraten, wenn der Versicherungsnehmer zum Beispiel die Prämie nicht mehr zahlt oder einen neuen Partner mitversichert.