Archivierter Artikel vom 25.03.2010, 15:22 Uhr

Bei Krankheit fristlose Kündigung nur in Ausnahmefällen

Frankfurt/Main (dpa). Wegen langanhaltender Krankheit dürfen Arbeitnehmer nur in ganz seltenen Ausnahmefällen außerordentlich gekündigt werden. Das hat das hessische Landesarbeitsgericht in Frankfurt in einem Urteil entschieden.

Die Richter gaben damit der Klage eines Monteurs gegen einen Autohersteller statt und verurteilten das Unternehmen, den langjährigen Mitarbeiter weiter zu beschäftigen. Der seit mehr als dreißig Jahren bei dem Unternehmen tätig gewesene Mitarbeiter hatte verstärkt mit Knochenbeschwerden zu leben. Schließlich konnte er auf Dauer keine Tätigkeiten im Bücken mehr verrichten. Als sich die Fehlzeiten über Jahre hinweg häuften, kündigte das Unternehmen den Mitarbeiter fristlos.

Laut Urteil versäumte die Firma allerdings, nach geeigneten Schonarbeitsplätzen für den langjährigen Mitarbeiter zu suchen. Dieser verwies vor Gericht mit Erfolg auf eine Kontrolltätigkeit fertig montierter Kraftstoffleitungen, die er auch im Stehen ausüben kann. Weil er diese Tätigkeit bereits im Betrieb angeboten hatte, sicherte sich der Arbeitnehmer auch eine Lohnnachzahlung in größerem Umfang.