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Berlin

Bei Geld hört die Liebe auf – Finanzplanung für Paare

dpa/tmn

Vor allem über tägliche Einkäufe und große Anschaffungen streiten Männer und Frauen öfter. Mit viel Offenheit lassen sich die größten Fettnäpfe bei den gemeinsamen Finanzen aber vermeiden.

Absprachen vermeiden Streit ums Geld
Egal wie groß die Liebe ist – über Geld streiten viele Paare. Mit Planung und klaren Absprachen lassen sich viele Konflikte aber vermeiden.
Foto: Franziska Koark – DPA

Beim Thema Geld gibt es zwischen Paaren häufiger Streit. Denn während sie regelmäßig die Lebensmittel für die Woche kauft, investiert er das Haushaltsgeld lieber in einen neuen Tischkicker oder neue Accessoires für das Auto. Paare sollten daher am besten schon zu Beginn des Zusammenlebens klären, wie sie ihre Finanzen organisieren wollen. Mit ein wenig Planung entstehen viele Konflikte erst gar nicht.

«Im Prinzip ist es ganz hilfreich, erstmal zu schauen, wie hoch die Ausgaben sind», erklärt Korina Dörr vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) in Berlin. Etwa drei Monate lang sollte ein gemeinsames Haushaltsbuch geführt werden. So könnten Paare herausfinden, wer welche Ausgaben trägt und wofür das Geld ausgegeben wird. «Es hilft, wenn man die Bereiche aufschlüsselt: Ernährung, Restaurants, Auto und so weiter.»

Bevor Paare an eine gemeinsame langfristige Finanzplanung gehen, sollte jeder der Partner die eigenen Finanzen in Ordnung bringen. Schulden tilgen ist aus Sicht von Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf dabei ein wichtiger Punkt.

Auch die Frage der Konten sollte geklärt werden. Viele entschieden sich für drei Konten, ein persönliches für jeden Partner und eins für gemeinsame Kosten wie Miete und Strom. «Was in welcher Beziehung funktioniert, kommt jedes Mal drauf an», sagt Oelmann. «Bei unverheirateten Paaren ist es so, dass jeder sein eigenes Budget hat, wenn Kinder dazukommen, steigen sie um auf ein gemeinsames Konto», ergänzt Dörr.

Bei größeren Anschaffungen wie einer Couch oder einem Kühlschrank sollten Paare immer absprechen, wer welche Kosten trägt. «Wichtig ist, dass jeder ein eigenes Budget hat», sagt Dörr. Beide Partner sollten Geld zur Verfügung haben, das sie für ihre Hobbys, Kleidung oder anderes ausgeben könnten.

Sind die persönlichen Verhältnisse geklärt, sollten die Versicherungen ins Auge gefasst werden, erklärt Oelmann. Hier könnten Paare sparen, denn private Haftpflicht- und die Hausratsversicherung seien pro Haushalt nur einmal nötig. Also könne ein Partner seine Versicherungen kündigen. Bei Paaren, die Kinder planten, sei eine Risiko-Lebensversicherung sinnvoll. Damit kann der Todesfall des Hauptverdieners oder der Hauptverdienerin abgesichert werden.

Beim Thema Altersvorsorge komme es darauf an, in welcher Lebensphase sich das Paar befindet. «Berufsanfänger sollten flexibel bleiben, nicht zu viel auf einmal machen», rät Oelmann. «Vermögenswirksame Leistungen sollten auf jeden Fall genutzt werden.» Selbst wenn der dafür abgeschlossene Sparvertrag länger laufe als der Arbeitsvertrag. «Das können bis zu 40 Euro monatlich sein, das sollte man mitnehmen.»

Heiratet ein Paar schließlich, stellen sich weitere finanzielle Fragen. «Die Ehe hat immer noch Vorteile gegenüber einer Lebensgemeinschaft», sagt Constanze Hintze, Finanzberaterin für Frauen in München. Bei einem Riester-Rentenvertrag könne der Ehepartner unter Umständen mitsparen, bei der sogenannten Rürup-Rente gebe es größere Freibeträge. Dazu kämen Steuervorteile durch Ehegattensplitting, und im Erbfall haben Ehepaare untereinander größere Freibeträge als unverheiratete Paare.

Doch auch in der Ehe wollen die Finanzen geklärt werden. «Ich empfehle durchaus, einen Ehevertrag aufzusetzen», sagt Hintze. Darin sollten sämtliche Details von der Familienphase bis zur Altersvorsorge einschließlich einer möglichen Scheidung geregelt sein. «Der Ehevertrag hat seinen schlechten Ruf verloren», ist Hintze überzeugt.

Die grundsätzliche Botschaft: Paare sollten über finanzielle Fragen ausführlich reden. Zum Beispiel über die Elternzeit, in der meist die Frauen zu Hause blieben, weniger zum Haushaltseinkommen und zur eigenen Rente beitragen könnten. «Das Paar hat doch ein gemeinsames Ziel», sagt Hintze. Und so selbstverständlich es ist, dass die Frau das gemeinsame Kind auf die Welt bringt, sollte es das selbstverständliche Dazutun des Mannes sein, während der Auszeit der Frau zu ihrer Altersvorsorge beizutragen.»

Egal ob mit oder ohne Trauschein: «Männer und Frauen können in der gemeinsamen Finanzplanung voneinander lernen», sagt Hintze. Frauen seien bei Geldanlagen oft extrem sicherheitsorientiert, Männer seien generell risikobereiter. Daher könnten sie die Frau ermutigen, sich mit einem Teil ihres Geldes auch an riskantere, aber ertragreichere Anlagen zu wagen.

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