Archivierter Artikel vom 18.04.2011, 15:06 Uhr

Behindertensportler um Titelchancen gebracht

Berlin (dpa). Zwei der besten deutschen Behindertensportler kommen durch Entscheidungen am Grünen Tisch wohl um ihre Medaillenchancen bei den Paralympics in London 2012.

Das Technische Komitee des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) strich in der Leichtathletik das Diskuswerfen in der Starterklasse der querschnittsgelähmten Rollstuhlathletin Marianne Buggenhagen vom SC Berlin. Auch der Mehrkampf, bei dem der sehbehinderte Fünfkämpfer Thomas Ulbricht vom PSC Berlin Titelchancen hätte, ist nicht mehr im Wettkampfprogramm. 30 weitere Entscheidungen wurden ebenfalls aus dem Paralympics-Plan genommen.

Dieses Votum wurde durch das IPC veröffentlicht. Nach Intervention mehrerer Länder sind gegenüber der ersten Vorlage allerdings sechs ursprünglich geplante Streichungen von Wettbewerben wieder rückgängig gemacht worden, in denen deutsche Athleten ebenfalls Medaillenchancen haben.

Kritiker wie der Berliner Trainer Ralf Otto vom Paralympischen Sportclub (PSC) monieren dennoch die mangelnde internationale Positionierung des Deutschen Behinderten-Sportverbandes. «Im entscheidenden Gremium ist Deutschland nicht vertreten. Gegen die zum Teil willkürlich wirkenden und von den jeweiligen Funktionären vor allem mit Blick auf die eigenen Athleten getroffenen Beschlüsse gab es viel zu späten und zu geringen Widerstand», kritisierte der Coach.