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München

Beckenbauer pro Ballack – Völler: alle Ruhe geben

dpa

Für Franz Beckenbauer ist Michael Ballack als Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft unantastbar. Rudi Völler hofft auf «Ruhe», und für Philipp Lahm hat der eigene Stellenwert mit der Binde gar nichts zu tun.

Platzhirsche
Michael Ballack (l) und Philip Lahm buhlen um das Kapitänsamt.

Spätestens beim Start der EM-Qualifikation Anfang September wird die Dauerdebatte beendet sein; bis dahin will auch der Neu-Leverkusener Ballack nach seiner Verletzung wieder angreifen.

«Wenn Ballack wieder vollkommen fit ist und für Deutschland spielt, ist er für mich der Kapitän», sagte der «Kaiser» in seiner «Bild»-Kolumne. Die Diskussion hält er daher für «überzogen und letztlich auch für überflüssig». «Ballack hat die WM wegen einer Verletzung verpasst. Also ohne eigene Schuld. Und auch ohne sich etwas zuschulden kommen zu lassen. Er ist ja in den letzten drei Monaten wohl kaum ein schlechterer Fußballer geworden. Warum sollte man ihm jetzt die Spielführerbinde wegnehmen?», fragte der 64- Jährige.

Beckenbauer findet, dass Lahm noch ein bisschen warten könne. «Er ist ja noch ein junger Mann», sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern über den stellvertretenden Kapitän der Münchner Meister-Mannschaft. In Leverkusen dürften diese Worte auf positive Resonanz stoßen, auch wenn Sportdirektor Völler die Diskussion insgesamt auf die Nerven geht. «Ich bin es einfach leid. Für mich wäre das gar kein Thema gewesen, wenn man von Anfang klar Stellung bezogen hätte. Aber es ist anders und jetzt muss man halt Ruhe bewahren», sagte Völler im ZDF.

Mit der Ruhe ist es längst vorbei. Joachim Löw hatte am Rande des deutschen Länderspiels in Kopenhagen betont, für ihn gelte noch der Status Quo aus der Zeit vor der WM in Südafrika. «Bevor ich nichts anderes sage, ist er der Kapitän», erklärte der Bundestrainer, der mit Aussagen über die Entwicklung der Nationalmannschaft in den «nächsten drei oder vier Jahren» Spekulationen selbst angeheizt hatte, dass Lahm nach der WM Spielführer bleibt. Löw hat «seriöse Gespräche» mit beiden Profis angekündigt – und will sich von niemandem von seinem «festen Zeitplan» abringen lassen: «Die Nationalelf ist nicht beeinflussbar. Ich wünsche mir, dass sich die Vereine nicht in unsere Belange einmischen.»

Für Ballack, der die Diskussion etwas verwundert zur Kenntnis nahm, hat es ohnehin erst einmal oberste Priorität, zu alter Form zurückzufinden. «Wir und er wollen, dass er Fußball spielt und danach wird er es allen beweisen», versprach Völler via «Sky».

Der 26-jährige Lahm, der die Binde während der WM getragen hatte, hat Gefallen am neuen Amt gefunden und will es weitermachen. Aber ob als Kapitän oder nicht, würde er, so Lahm, «ganz normal weiter meine Meinung sagen». «Mein Stellenwert würde auch ohne Binde in der Mannschaft nicht geringer werden», sagte der Münchner Außenverteidiger.

Eine Amts-Enthebung dürfte dem 33 Jahre alten «Capitano» Ballack da schon mehr schmerzen. «Falls sich der Bundestrainer allerdings doch für Lahm entscheidet, steht Ballack vor einer schwierigen Frage: Sollte er als abgesetzter Kapitän weiter für Deutschland spielen?», fragte Beckenbauer. «Ich weiß nicht, ob Ballack sich das gefallen lassen würde.»

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