Archivierter Artikel vom 03.02.2012, 12:05 Uhr
Mainz

Beck kritisiert Nürburgring-Pächter und will SPD-Landeschef bleiben

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hat in einem Interview die Pächter des kriselnden Nürburgrings kritisiert. Zugleich bekräftigte er in der Koblenzer «Rhein-Zeitung» (Freitag), dass er SPD-Landeschef bleiben wolle.

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Kurt Beck
Beck kritisiert Jörg Lindner und Kai Richter.
Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv – DPA

Die Nürburgring-Betreiber Jörg Lindner und Kai Richter streiten mit dem Land um die millionenschwere Pacht und wollen wegen der Besucherflaute 92 Stellen streichen. Beck warf ihnen eine mangelnde Einbindung der Region rund um die Rennstrecke in der Eifel vor: «Die Pächter hatten zugesagt, das zu tun. Es scheint mir nicht ausreichend gelungen. Ob es ausreichend versucht wurde, lasse ich jetzt mal offen.» Der neue Runde Tisch am Ring solle dieses Defizit ausgleichen.

Das finanzielle Engagement des Landes bezeichnete der Ministerpräsident als Strukturpolitik, die von öffentlichen Zuwendungen abhängig bleibe: «Man kann jetzt nicht erwarten, dass sich der gesamte Nürburgring plötzlich selber trägt. Das tut er auch in Zukunft nicht. Aber natürlich wollen wir einen möglichst großen wirtschaftlichen Erfolg.» Auf die Frage, ob die Investition von 330 Millionen Euro für den Steuerzahler wieder erwirtschaftet werde, antwortete Beck: «Ich hoffe, dass ein wesentlicher Teil davon hereinkommen wird.»

Der Regierungschef, der an diesem Sonntag 63 Jahre alt wird, kündigte an, 2012 erneut als SPD-Landesvorsitzender zu kandidieren. Auf die Frage, ob ein vorgezogener Wechsel im Amt des Ministerpräsidenten die SPD nicht stärken würde, entgegnete er: «Wenn ich den Eindruck hätte, dass das jetzt der Fall ist, würde ich darauf reagieren. Aber ich habe diesen Eindruck nicht.» Er wolle gerne noch «die großen Weichenstellungen mit Blick auf die Energiewende, die Schuldenbremse und den demografischen Wandel mit vornehmen. Das Thema demografischer Wandel elektrisiert mich wirklich.»