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Baumholder

Baumholder: Stadtchef Günther Jung will Grattitisprayer unterstützen

Die Projekte Mountainbikepark und Skateranlage werden in Baumholder bereits eifrig vorbereitet, und nun bringt Stadtbürgermeister Günther Jung bereits das nächste mögliche Freizeitangebot für Jugendliche ins Spiel: In Abstimmung mit interessierten jungen Leuten will er sich dafür einsetzen, dass im Stadtgebiet Flächen und Objekte gefunden werden, auf denen Graffitisprayer legal ihre Kreativität ausleben können.

Das Problem illegaler Graffitis, wie hier an einer Hauswand am Brühlpfad hinter dem Alten Rathaus, hofft Stadtchef Günther Jung durch seinen Vorstoß für legale Flächen in den Griff zu bekommen.  Foto: Michael Fenstermacher
Das Problem illegaler Graffitis, wie hier an einer Hauswand am Brühlpfad hinter dem Alten Rathaus, hofft Stadtchef Günther Jung durch seinen Vorstoß für legale Flächen in den Griff zu bekommen.
Foto: Michael Fenstermacher

Von unserem Redakteur Michael Fenstermacher

Ungewöhnlich ist der Auslöser für diese Initiative. "In meiner Post im Alten Rathaus war ein anonymer Brief", berichtet der Stadtchef.

In dem Schreiben, das an die Bürger Baumholders gerichtet ist und das – wie Jung inzwischen erfahren hat – auch am Lottogeschäft Edinger ausgehangen ist, machen die Verfasser darauf aufmerksam, dass Graffitis nicht nur mit Sachbeschädigung gleichzusetzen seien, sondern als Kunstform zu sehen seien, für die mehr Akzeptanz geschaffen werden müsse. "Zudem erhoffen wir uns von Herrn Jung, sich dem Vorschlag ,Hall of Fame (legale Graffitiwand) anzuschließen. Diese Wand soll bezwecken, dass sich die Jugendlichen kreativ ausleben können", formulieren die Absender zudem bereits einen konkreten Vorschlag. Allgemein gebe es für Jugendliche in der Stadt nämlich zu wenig Räume zur Entfaltung, monieren sie.

Beim Stadtchef rennen die anonymen Briefschreiber damit offene Türen ein. "Ich kann mir gut vorstellen, dass es in Abstimmung mit der OIE möglich sein könnte, Stromkästen mit Graffitis zu gestalten. Außerdem wäre es denkbar, städtische Werbeflächen und Litfaßsäulen dafür freizugeben", erläutert er seine Vorstellungen. Eigens eine Graffitiwand zu errichten, beispielsweise in dem für die Skateranlage vorgesehenen Bereich am Stadtweiher, hält er ebenfalls nicht für ausgeschlossen.

Sein weiteres Engagement in dieser Angelegenheit knüpft Jung allerdings an eine Bedingung: "Die Jugendlichen müssen aus der Anonymität heraustreten und Kontakt mit mir aufnehmen", betont er. Gern könnten sie dafür in seine Bürgersprechstunden am Dienstagvormittag kommen oder sich telefonisch melden. Unumgänglich sei es für ihn jedenfalls, dass die Briefschreiber selbst ihre Vorstellungen konkretisieren. "Vorher macht es aus meiner Sicht keinen Sinn, mit der OIE in Kontakt zu treten oder das Thema im Stadtrat zur Sprache zu bringen."

Eine Sorge möchte Jung den Jugendlichen bereits vorab nehmen: "Ich will ihnen keinesfalls die Verantwortung für wilde Graffitis in die Schuhe schieben. Allerdings hofft der Stadtchef, dass diese Form der Sachbeschädigung bald der Vergangenheit angehört, wenn sich die Pläne realisieren lassen. "Das sind ja meist leider nur Schmierereien, die nicht wirklich schön anzusehen sind", erklärt der Friseurmeister, der mit Graffitis als Kunstform bereits vertraut ist. Zwei der zu seiner Kette gehörenden Hairkiller-Salons seien von Hobbysprayern mitgestaltet worden.

Vorstellen kann Jung sich auch beim Thema Graffitikunst den neuen Diakon Andreas Duhrmann mit ins Boot zu holen, der bereits angedeutet hat, bei der Neugestaltung des Jugendzentrums auf die Beteiligung von Jugendlichen setzen zu wollen. "Ich bin übrigens froh, dass wir mit ihm wieder eine offene Jugendarbeit anbieten können und habe bislang nur positive Rückmeldungen gehört", betont der Stadtbürgermeister.

  • Ein Gespräch kann übers Stadtbüro, Telefon 06783/981 140, vereinbart werden

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