Mainz

Backsteinfassaden sind wichtiges Kulturgut

Bretzenheims historischer Ortskern mit seinen prägnanten Backsteinfassaden, wie hier in der Albert-Stohr-Strasse, soll erhalten werden.
Bretzenheims historischer Ortskern mit seinen prägnanten Backsteinfassaden, wie hier in der Albert-Stohr-Strasse, soll erhalten werden. Foto: Harry Braun

In seiner Sitzung hat der Bau und Sanierungsausschuss der Stadt Mainz ein wichtiges Signal nach Bretzenheim geschickt. Mit dem einstimmigen Votum für eine „Erhaltungs- und Gestaltungssatzung“ für den historischen Ortskern wurde die Bedeutung der Bretzenheimer Backsteinfassaden als besonderes städtebauliche Erscheinungsbild und „wichtiges Kulturgut“ unterstrichen.

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In Zukunft könnten somit sogar bisher nicht genehmigungspflichtigen Abrissvorhaben der Riegel vorgeschoben werde. Alles zum Wohle eines einheitlichen Erscheinungsbildes.

Fraktionsübergreifend wurde die aktuelle Entwicklung begrüßt. Und könnte sogar, wenn sie auch in der Umsetzung funktioniert, Schule für weitere Stadtteile machen. Problematisch seien dabei lediglich die Vorschriften für Wärmedämmungsmaßnahmen an den betroffenen Gebäuden. In Zukunft sei dann im Regelfall nur Innendämmung möglich – was bei den ohnehin meist kleineren Häusern auch eine Verringerung der Wohnfläche nach sich ziehen könnte.

Der Ortsbeirat Bretzenheim hatte in seiner jüngsten Sitzung die neue Erhaltungssatzung begrüßt. Es sei wichtig, dass dem Erhalt der historischen Backsteinfassaden der Vorrang gegenüber Energiesparprojekten eingeräumt werde. Der Fortbestand der Backsteinfassaden sei das oberste Ziel, so etwa in der Albert-Stohr-Straße, in der Bert-Brecht-Straße oder in der Hochstraße. „Wir begrüßen das, dafür haben wir sieben Jahre gekämpft“, betonte Peter Schau (SPD). Nach vierwöchiger Offenlage entscheidet der Stadtrat nach den Sommerferien über die Einführung der Erhaltungssatzung.

Ferdinand Graffé, Prokurist der Grundstücksverwaltungsgesellschaft der Stadt Mainz (GVG), unterrichtete den Ausschuss über die jüngsten Entwicklungen auf dem Layenhof. Die GVG ist vom Areals-Eigentümer „Zweckverband Layenhof“ mit der Entwicklung des Gebietes beauftragt. Zuletzt hatte die unsichere Zukunftslage bei den dortigen Anwohnern, Gewerbetreibenden und Künstlern allerlei Emotionen ausgelöst und zu medienwirksamen Aktionen der Layenhöfler geführt.

Mit „Planungswerkstätten“, in denen die Betroffenen mit der GVG über die Weiterentwicklung des Areals und die Berücksichtigung ihrer Interessen diskutieren, soll nun möglichst einvernehmlich eine „behutsame Weiterentwicklung“ voran getrieben werden. Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) unterstrich dabei die Wichtigkeit des Erhalts der dort über Jahre gewachsenen Subkulturszene. Die erste Planungswerkstatt wurde am 12. Mai abgehalten, in nahezu „freundschaftlicher Atmosphäre, wie Graffé betonte, weitere sollen in Kürze folgen.

Des Weiteren votierte der Bauausschuss einstimmig für einen Erschließungsvertrag mit den Investoren Maicor und MEG. Die beiden Bauunternehmen, die momentan die Wohnbebauung am Winterhafen ausführen, wollen die Promenade nach Abschluss der Bauarbeiten neu gestalten. Für die Investitionssumme von 780 000 Euro sollen dort Betonplatten in drei Grautönen verlegt werden und somit ein “pixelartiges" Bild erzeugen. Dominic Schreiner