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    Berlin

    «Baby» da: McLaren startet Vettel-Jagd

    Im Herzen von Berlin hat für Lewis Hamilton und Jenson Button die Jagd auf Formel-1-Champion Sebastian Vettel begonnen. Am windig-kalten Potsdamer Platz lüfteten die McLaren-Piloten als letzte der WM-Kandidaten das Geheimnis um ihren neuen Dienstwagen.

    «Das ist unser neues Baby, das Auto, das einen von uns hoffentlich zum Titel tragen wird», meinte Button mit stolzem Blick auf den silberschimmernden MP4-26. «Wir werden um einiges stärker sein als im letzten Jahr», warnte der leicht fröstelnde Hamilton die Konkurrenz.

    Der britische Rennstall ließ sich diesmal etwas mehr Zeit mit dem neuen Auto als die vermeintlichen WM-Gegner Red Bull, Ferrari und Mercedes und bestritt die ersten Testfahrten in dieser Woche nur mit einem Übergangsmodell. «Das ist das erste Mal, das ich das Auto komplett mit der neuen Lackierung sehe», verriet Hamilton. «Es sieht fantastisch aus, besser als jedes andere Auto, das ich in diesem Jahr schon gesehen habe», urteilte der Weltmeister von 2008, der in der Vorsaison nach einem packenden Finale WM-Vierter wurde.

    Bei der ungewöhnlichen Präsentation des Boliden in Berlin durften Kunden des Titelsponsors (Vodafone) Teile der Außenhülle auf die Bühne unter dem Dach des Sony-Centers tragen. Vier Mechaniker übernahmen die Endmontage. Lenkrad und Cockpit-Abdeckung brachten schließlich Button und Hamilton mit.

    Besonders auffällig am erneut von einem Mercedes-Motor angetriebenen MP4-26 sind die revolutionären Seitenkästen, die neuartige Motorenabdeckung mit zwei Lufteinlässen und der ungewöhnliche Frontflügel. «Das Auto ist anders als die anderen. Der Red Bull und der Ferrari sehen ziemlich ähnlich aus wie im vergangenen Jahr. Es ist wichtig, neue Ideen zu haben», sagte Button, der Weltmeister des Jahres 2009.

    «Das ist das Ergebnis unglaublich harter Arbeit und innovativer Denkweise», erklärte Teamchef Martin Whitmarsh und fügte hinzu: «Seid gewarnt: Ihr habt noch nicht alles gesehen. Einiges haben wir noch versteckt.» Die Jungfernfahrt im neuen Auto ist Hamilton vorbehalten. Bei den nächsten Tests in Jerez wird der 26-Jährige am kommenden Donnerstag die Debütrunde drehen.

    Die Rivalen hatten schon in dieser Woche in Valencia die ersten Testkilometer gesammelt. Titelverteidiger Vettel hinterließ dabei im neuen Red Bull RB7 einen ebenso starken Eindruck wie Vize-Weltmeister Fernando Alonso im frischen Ferrari-Modell F150. Dagegen plagten das Mercedes-Duo Michael Schumacher und Nico Rosberg noch technische Probleme am MGPW-02. «Letztes Jahr war schon eines der besten in der Formel-1-Geschichte. Dieses Jahr kann es noch enger werden», sagte Hamilton.

    Schon vor der Auto-Vorstellung in Berlin hatte Teamchef Whitmarsh die späte Premiere des neuen McLaren verteidigt. «Wir meinen, dass unser Zeitplan optimal ist, um Jenson und Lewis mit dem bestmöglichen Paket für das erste Rennen in Bahrain auszustatten», beteuerte der Brite mit Blick auf den Saisonauftakt in der Wüste am 13. März. Und Button drohte: «Wir sind fitter und mental stärker. Wir sind nicht hier, um Zweiter zu werden.»

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