Archivierter Artikel vom 20.09.2011, 12:25 Uhr

Augen auf: Fiese Tricks beim Goldverkauf

Köln (dpa/tmn). Die alte goldene Uhr, Omas Schmuckstücke oder Opas Münzsammlung: Wer diese Raritäten verkaufen will oder muss, sollte dabei nicht zu blauäugig sein. Mit den richtigen Tipps, verkauft man seine Goldstücke zu einem angemessenen Preis.

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Goldverkauf
Omas Goldschmuck ist manchmal viel mehr wert, als einem der Ankäufer glauben machen will. (Bild: dpa)
Foto: DPA

Wer goldene Uhren, Ringe oder Münzen verkaufen will, sollte möglichst viele Angebote vergleichen. So können sich Betroffene vor unseriösen Goldhändlern schützen, die zu wenig Geld für die Schmuckstücke bieten. «Jedem Kunden, der sich unsicher ist, kann man nur empfehlen, ein zweites Angebot einzuholen», sagt Joachim Dünkelmann, Geschäftsführer des Bundesverbands der Juweliere (BVJ) in Köln. Er warnt vor mobilen Ankäufern, die auf Wochenmärkten auftauchen oder für einen begrenzten Zeitraum ein Geschäft in einem Hotel oder Einkaufszentrum anmieten.

Recherchen der NDR-Sendung «Markt» haben ergeben, dass Händler ihre Kunden häufig mit Preisen abspeisen, die weit unter dem Marktwert des Goldes liegen. Die Reporter hatten verschiedenen Ankäufern eine Goldkette angeboten. Das Ergebnis: Keiner der getesteten Händler nannte einen Preis, der dem tatsächlichen Wert des Schmuckstücks entsprochen hätte. In einem Fall habe das Gebot mit 265 Euro mehr als 500 Euro unter dem Wert der Kette gelegen.

Daher sollten Kunden ihr Gold zuerst von einem Experten schätzen lassen. Erste Anlaufstelle sei der Juwelier des Vertrauens um die Ecke, sagte Dünkelmann. Dieser sei entsprechend ausgebildet und könne den Wert der Materialien besser erkennen. «Das gilt auch für Steine in einem Schmuckstück.»

Beim Verkauf komme es dann auf die richtige Waage an. «Wenn man einen Ankäufer gefunden hat, sollte man darauf achten, dass eine geeichte Handelswaage mit einem entsprechenden Eichsiegel verwendet wird und nicht irgendeine Küchenwaage», empfiehlt Dünkelmann. Zudem gehöre es zum guten Geschäftsgebaren, den Schmuck im Beisein des Kunden zu wiegen.

Dünkelmann rät davon ab, einem Online-Händler das Schmuckstück zuzuschicken. So könne weder das Wiegen überprüft noch das Angebot verglichen werden. «Da gehört schon ein großes Maß an Blauäugigkeit dazu, hier anzunehmen, den besten Preis zu erzielen.»