Archivierter Artikel vom 03.09.2015, 05:05 Uhr
London

Auf ein Selfie mit Big Ben – London in drei Tagen

London hat genug für drei Wochen zu bieten, mindestens. Aber viele Besucher kommen nur für drei Tage. Die britische Hauptstadt zählt zu den attraktivsten Städtereisezielen Europas mit ständig wachsenden Besucherzahlen. 2014 lag der neue Rekord bei 17,4 Millionen Gästen aus dem Ausland. Zu sehen gibt es mehr als genug:

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Westminster Bridge
Idealer Startpunkt – von der Westminster Bridge aus sind Touristen schnell bei etlichen der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in London.
Foto: Andreas Heimann – dpa

London (dpa). London hat genug für drei Wochen zu bieten, mindestens. Aber viele Besucher kommen nur für drei Tage. Die britische Hauptstadt zählt zu den attraktivsten Städtereisezielen Europas mit ständig wachsenden Besucherzahlen. 2014 lag der neue Rekord bei 17,4 Millionen Gästen aus dem Ausland. Zu sehen gibt es mehr als genug:

Tower Bridge
Die Tower Bridge ist ein Wahrzeichen von London – Touristen können mit dem Schiff über die Themse dorthin fahren oder am Ufer entlang schlendern.
Foto: Andreas Heimann – dpa

Tag eins: Londons touristischer Hotspot und idealer Ausgangspunkt für Erkundungen der City ist eine Brücke. Auf der Westminster Bridge treffen sie sich alle. Vorne auf der gut 250 Meter langen Brücke zeigt die Führerin einer chinesischen Reisegruppe mit einem schwarzen Regenschirm, wo es langgeht. Ein indisches Brautpaar posiert ein paar Meter weiter für den Fotografen – das Parlamentsgebäude soll unbedingt mit aufs Bild. Ein Schotte spielt auf seinem Dudelsack «Muss i denn, muss i denn zum Städele hinaus».

London Eye
Blick über die Themse auf das London Eye – in den Kabinen des Riesenrads drehen Touristen meditativ langsam eine Runde.
Foto: Andreas Heimann – dpa

Das Riesenrad London Eye ist eine Touristenattraktion neueren Datums. Die Fahrt ist eher meditativ, kein erhöhter Adrenalinausstoß. Die Kabinen bewegen sich so langsam, dass man es kaum merkt – eine Runde dauert 40 Minuten. Die Kuppel von St. Paul's Cathedral ist ganz gut zu erkennen. Unerwartet ist man plötzlich auf einer Höhe mit dem Ziffernblatt von Big Ben. Und das ist auch der Augenblick, in dem die Smartphones gezückt werden. Ein Klick – fertig ist das Selfie in luftiger Höhe mit dem berühmten Uhrenturm im Hintergrund.

Hyde Park
Einfach mal ausspannen – Liegestühle zum Mieten gibt es zum Beispiel im Hyde Park (im Bild) oder im St. James' Park.
Foto: Visit London – dpa

Tag zwei: Er gehört den Klassikern – Die «Horse Guards» sind einer davon. Die Wachsoldaten am Durchgang zum Buckingham Palace sitzen bekanntlich zu Pferd. Von der Wachablösung um 11.00 Uhr – sonntags eine Stunde früher – abgesehen, ist dort allerdings nicht viel los. Die Herren in Uniform mit den weißen Handschuhen, blankem Brustharnisch und ebenso glänzenden Helm sind nicht zum Plaudern aufgelegt. Selfies mit Pferd und Wachsoldat sind mindestens so beliebt wie die mit Big Ben.

Horse Guards
Immer beliebt bei den Touristen – die Horse Guards rund um den Buckingham Palace sind geradezu ein Postkartenmotiv.
Foto: Visit London – dpa

Wer es eilig hat, huscht von den Horse Guards gleich weiter zum Buckingham Palace. Aber das macht nicht nur müde, das stumpft auch ab. Viel besser: eine Pause einlegen, so wie viele Londoner das auch machen. Die Rasenflächen im St. James's Park sind zum Relaxen da – und so lange es nicht schüttet, ist jeden Tag Hochbetrieb.

Shoppen in der Oxford Street
In der Oxford Street wird es selbst auf dem Bürgersteig eng – an Londons Shoppingmeile Nummer eins reiht sich Kaufhaus an Kaufhaus.
Foto: Visit London/Pawel Libera – dpa

Danach ist man tiefenentspannt genug für einen Abstecher in die Great Russell Street zu dem Museum Großbritanniens schlechthin. Daher der Name: The British Museum. Die erste dicke Menschentraube steht um eine Vitrine im Erdgeschoss. Was wollen die da alle? In der Vitrine ist der Rosetta Stone ausgestellt, der Archäologen bei der Entzifferung der Hieroglyphen half.

Treetop Walkway
Der Treetop Walkway ist ein Baumwipfelpfad in bis zu 18 Metern Höhe – von dort oben fällt der Blick zumindest über einen Teil des Botanischen Gartens.
Foto: Andreas Heimann – dpa

Heute ist der Stein von Rosetta nur eines von Tausenden Ausstellungsstücken mit Weltrang im British Museum – und der Eintritt ist auch noch frei. Alles angucken wollen, wäre Wahnsinn, vielmehr noch: unmöglich. Schon die Sonderausstellungen sind interessant genug. Und zum gesamten Museumsbestand gehören buchstäblich Millionen von Einzelstücken.

In luftiger Höhe
Big Ben gut im Blick – aus den Kabinen des London Eye wirkt der Uhrenturm ganz nah.
Foto: Visit London – dpa

Tag drei: Heute steht ein Kontrastprogramm an. Oxford Circus ist die ideale Haltestelle zum Aussteigen für Shopping-Junkies. Dort kreuzen sich Regent und Oxford Street, die beiden wichtigsten Einkaufsstraßen Londons. Es heißt, nirgendwo in Europa werde beim Shoppen so viel Geld ausgegeben wie in der Oxford Street. Kann gut sein. Und nirgendwo ist so viel Verkehr.

Rosetta Stone
Der Rosetta Stone gehört zu den attraktivsten Ausstellungsstücken im British Museum.
Foto: British Tourist Authority/James McCormick – dpa

Die Oxford Street hat eine enorme Auswahl an Kaufhäusern, Ketten und Modemarken zu bieten: von Klamottenläden wie Topshop über die größte Filiale von Marks & Spencers bis hin zum Kaufhausklassiker Selfridges, ebenfalls die größte Filiale überhaupt und auch noch mit der größten Herrenschuhabteilung der Welt.

Buckingham Palace
Im Buckingham Palace ist sie zumindest manchmal. Die Touristen kommen aber auch, wenn sie in Schottland Urlaub macht.
Foto: Andreas Heimann – dpa

Wer anschließend den Kopf freibekommen muss, fährt am besten ein Stück raus ins Grüne. Nach Kew Gardens zum Beispiel, dem Königlichen Botanischen Garten, einem der schönsten der Welt. Und very british: Besucherinnen kommen gerne in Kleidern mit Blumenmuster, gut abgestimmt auf den jeweiligen Hut. Die Gärtner fahren auf kleinen schwarzen Fahrrädern, weil die Anlage so riesig ist: Auf mehr als 120 Hektar kümmern sie sich um rund 40 000 Pflanzenarten. Es gibt Beete mit üppigen Rosen und Gewächshäuser mit Pflanzen aus aller Welt. Das Palmenhaus von 1848 beherbergt solche aus den Tropen, darunter noch üppigere Mango- und Feigenbäume.

Kew Gardens
Viele der Gewächshäuser in Kew Gardens sind Besuchermagneten – der Glass Palace gehört zu den größten und schönsten.
Foto: Andreas Heimann – dpa

Zu den Merkwürdigkeiten der königlichen Gartenanlage gehört, dass gefühlt alle drei Minuten Flugzeuge verblüffend niedrig über Beeten und Bäumen am Himmel vorüberziehen. Etwas unangnehm ist das gleich in doppelter Hinsicht: Einmal, weil Fluglärm einfach nicht zu Kew Gardens passen will und zweitens, weil er die Touristen schmerzlich daran erinnert, dass der Rückflug schon bald ansteht.

Must-Do: Das British Museum
Eintritt frei – das British Museum ist für viele Besucher der englischen Hauptstadt ein Muss.
Foto: Visit London – dpa

Touristische Informationen von Visit London

Londons Zentrum
Viele Sehenswürdigkeiten liegen direkt an der Themse. Zur Westminster Abbey und zum Buckingham Palace ist es von dort ebenfalls nicht weit.
Foto: dpa

Oyster Cards und Travelcards für den ÖPNV in London

Tipps zur U-Bahn in London

Londons 10 beliebteste Sehenswürdigkeiten

The British Museum (eng.)

Online-Reiseplaner für Fahrten mit dem ÖPNV (eng.)

Selfridges in der Oxford Street (eng.)

Kew Gardens (eng.)

London Eye (eng.)

London

Anreise: London ist von deutschen Flughäfen aus gut zu erreichen. Neben Heathrow, dem größten Flughafen Europas, gibt es mehrere weitere wie Stansted, Luton und Gatwick.

Verkehr: Der öffentliche Nahverkehr in London gilt als ausgesprochen gut. Empfehlenswert ist die Oyster Card, eine Smartcard, auf die Guthaben geladen und dann bei den einzelnen Fahrten mit Bus oder Tube abgezogen wird.

Übernachtung: Übernachten in London ist teuer, dafür ist das Angebot auch groß. Die Preise in den Hotels beginnen zwar schon bei weniger als 50 Euro die Nacht, das Gros liegt aber deutlich darüber. Bed & Breakfast ist eine gute Alternative.

Währung: Ein britisches Pfund entspricht 1,36 Euro (Stand September 2015).