Archivierter Artikel vom 06.06.2014, 12:25 Uhr
Salem

Auf Bibertour – Paddeln in der Mecklenburgischen Schweiz

In der Mecklenburgischen Schweiz gibt es keine Berge. Das ist angenehm für Wanderer, die sich nicht anstrengen wollen. Auch mit dem Fahrrad lässt sich die Region gut erkunden. Die Seen laden zu Kanutouren ein, bei denen man sogar auf Biber trifft.

Lesezeit: 4 Minuten
Kanutour bei Sonnenuntergang
Kurz vor Sonnenuntergang – auf der Peene, die den Kummerower See durchfließt, wird es abends ausgesprochen ruhig. Mit etwas Glück sind dann auch Biber zu beobachten.
Foto: Jens Büttner – DPA

Salem (dpa/tmn) – In der Mecklenburgischen Schweiz gibt es keine Berge. Das ist angenehm für Wanderer, die sich nicht anstrengen wollen. Auch mit dem Fahrrad lässt sich die Region gut erkunden. Die Seen laden zu Kanutouren ein, bei denen man sogar auf Biber trifft.

Biber zeigt sich
Guter Schwimmer – Biber fühlen sich in der Mecklenburgischen Schweiz richtig wohl. Bei Bibersafaris auf der Peene lassen sie sich beobachten.
Foto: Patrick Pleul – DPA

Am Kummerower See ist es abends um acht noch frühsommerlich hell. Im Hafenbecken von Salem mitten in der Mecklenburgischen Schweiz herrscht noch überraschend viel Betrieb und einige Aufregung, als die Teilnehmer der Bibertour ihre Schwimmwesten anlegen und die Kanus ins Wasser lassen. Bis alle schließlich das Paddel in der Hand haben, dauert es noch eine ganze Weile.

Schloss Güstrow
An Herrenhäusern gibt es im Nordosten Deutschlands kein Mangel – Schloss Güstrow gehört zu den sehenswertesten.
Foto: Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern – DPA

Die Wasseroberfläche wirkt ganz still. Links am Uferrand steht die Holzskulptur einer nackten Badenden, die sich gerade in die Fluten stürzen will. Auf ihren Fingerspitzen hat sich eine Möwe niedergelassen. Die Kanuten auf Bibersafari gleiten schnell an ihr vorbei.

Burg Schlitz
Ausflugsziele gibt es in der Mecklenburgischen Schweiz viele – Burg Schlitz gehört dazu.
Foto: Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern/Legrand – DPA

Noch ruhiger wird es, als die Gruppe die Peene erreicht, die den Kummerower See durchfließt. Das Ufer ist dicht mit Schilf bestanden, dahinter ragen gleich einige Bäume auf. Hier fühlen sich nicht nur viele Vogelarten wohl. Hier ist auch der Biber zu Hause.

Lori-Vögel im Vogelpark Marlow
Die Publikumslieblinge im Vogelpark Marlow: Loris sind ausgesprochen zutraulich und fressen Besuchern sogar aus der Hand.
Foto: Andreas Heimann – DPA

Es dämmert inzwischen. Und je dunkler es wird, desto stiller wird es auch. Wer sich jetzt noch unterhalten will, senkt automatisch die Stimme. Von den anderen Booten ist nur noch das Glucksen beim Eintauchen der Paddel zu hören.

Kornfeld in Mecklenburg
Weites Land – in der Mecklenburgischen Schweiz fällt der Blickt oft über Getreidefelder.
Foto: Andreas Heimann – DPA

Da, ist das nicht ein Biberkopf? Die Ruderer stoppen wie auf ein Signal hin sofort alle Bewegungen. Tatsächlich, der schwimmende Nager zieht von rechts kommend quer über den Fluss, nicht in rekordverdächtigem Tempo, aber doch so, als wüsste er genau, wo er hin will. Eine Biberburg ist am Ufer zu sehen, ein Hügel mit Ästen, den ahnungslose Großstädter vermutlich kaum als Biberbehausung identifiziert hätten.

Figur aus Holz am Kummerower See
Die nackte Badende – auf der Hand der Figur aus Holz am Kummerower See in Salem fühlt sich die Möwe offenbar ganz wohl.
Foto: Andreas Heimann – DPA

Für viele Tiere ist die Mecklenburgische Schweiz ein ideales Revier. Wo sonst finden sich an der Straße noch Verkehrsschilder, die vor Otterwechsel warnen. Biber und Otter profitieren davon, dass die Region unmittelbar nördlich der bekannteren und touristisch erschlosseneren Mecklenburgischen Seenplatte so dünn besiedelt ist. Größere Industriebetriebe gibt es hier nicht. Und Touristen haben gar nicht viele Alternativen als sich an die Natur zu halten, beim Wandern zum Beispiel.

Hafen von Salem
Im Hafen von Salem haben einige Segelboote festgemacht – die Teilnehmer des Segelkurses sind schon weg, abends startet hier die Bibersafari.
Foto: Andreas Heimann – DPA

Die Mecklenburgische Schweiz ist wie gemacht für leichte Touren: Ihrem Namen zum Trotz gibt es keine Berge. Die Landschaft ist zwar nicht flach wie ein Teller, sondern im Gegenteil hügelig-gewellt. Die Erhöhungen sind den Gletscherbewegungen der Eiszeit zu verdanken. Und nur selten ist ein Punkt zu finden, der an 100 Meter über dem Meeresspiegel herankommt.

Wanderschild in Salem
Salem liegt direkt am Kummerower See – bis in die gleichnamige Hauptstadt des Bundesstaates Oregon sind es 8265 Kilometer.
Foto: Andreas Heimann – DPA

Salem am Westufer des Kummerower Sees, gerade 700 Jahre alt geworden, bietet sich auch als Startpunkt für solche Touren an, ins nahe Neukalen etwa. Die Wege sind ausgeschildert, ein Wegweiser zeigt sogar, wie weit es nach Salem in Indien ist: 7365 Kilometer. Oder bis zur gleichnamigen Hauptstadt des US-Bundesstaates Oregon: 8265.

Güstrower Dom
Der Dom in Güstrow ist sowieso einen Abstecher wert – innen hängt der Schwebende Engel von Ernst Barlach.
Foto: Andreas Heimann – DPA

Und wer es lieber etwas schneller mag, steigt aufs Rad. Viele Straßen sind Alleen, über die die Bäume ihre Äste spannen. Etliche Seen gibt es, die sich meist auch mit dem Rad umrunden lassen. Das gilt auch für den Kummerower See. Und wer noch einmal mit dem Schiff fahren will: Am Nordufer setzt bei Verchen eine Fähre über die Peene. Fahrräder dürfen mit an Bord. Der Ort am anderen Ufer heißt merkwürdigerweise Aalbude und hat seinen Namen von den Aalfischern, die hier schon in vergangenen Jahrhunderten ihrer Arbeit nachgingen.

Abendstimmung am See
Abendstimmung am Steg – in der Mecklenburgischen Schweiz gibt es keinen Rummel an den Seen.
Foto: Tourismusverband MV/WERK3 – DPA

Informationen:

Radtour durch die Mecklenburgische Schweiz
Zum Radfahren ist die Mecklenburgische Schweiz ideal – nicht nur bei abendlichen Stopps am See lässt sich dabei die Landschaft in Ruhe genießen.
Foto: Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern – DPA

Tourismusverband Mecklenburgische Schweiz c/o Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte, Turnplatz 2, 17207 Röbel/Müritz, Tel.: 039931/53 80, E-Mail: info@mecklenburgische-schweiz.com www.naturpark-mecklenburgische-schweiz.de.

Mecklenburgischer See
Seen gibt es in der Mecklenburgischen Schweiz einige – und viele Gelegenheiten die Seele und die Beine baumeln zu lassen.
Foto: Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern – DPA

Barlachstadt Güstrow

Buntes Blumenfeld
Typisch Mecklenburgische Schweiz: Bunte Felder bis zum Horizont unter weitem Himmel begegnen Wanderern und Radfahrern immer wieder.
Foto: Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern/Grundner – DPA

Naturpark Mecklenburgische Schweiz

MV Tourismus zur Mecklenburgischen Schweiz

Tourismus in MV