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    Oberammergau

    Auch in Oberammergau wächst der Olympia-Widerstand

    Das Konzept für die Winterspiele 2018 in München und Umgebung gerät ins Wanken. In Oberammergau wird der Widerstand gegen die Austragung der Biathlon- und Langlaufwettkämpfe immer schärfer. Nun soll es sogar einen Bürgerentscheid geben.

    Gegenwind
    Die Münchner Olympia-Befürworter bekommen Widerspruch aus Oberammergau.

    Das Ziel: Kein Olympia im Dorf der weltberühmten Passionsspiele. Initiator ist der Oberammergauer Grünen-Kommunalpolitiker Korbinian Freier. Erst am 22. Juni war München samt den Mitbewerbern Annecy und Pyeongchang offiziell zur Kandidatenstadt gekürt worden.

    Nach Überzeugung der Bürgerinitiative steht der geplante Eingriff in die Natur von Oberammergau in keinem Verhältnis zum Nutzen. Die Olympia-Gegner nennen es absurd, dass die Langlaufloipen in sonniger Lage geplant seien. «Nur unter höchstem technischem Aufwand und unter hohem Verbrauch von Wasser und Energie wird die Schneesicherheit dort zu garantieren sein», schrieben die Initiatoren. «In Zeiten von Klimawandel und Ressourcenknappheit ist das nicht vermittelbar.» Es sei völlig ungeklärt, woher das Wasser für die Beschneiungsanlagen kommen soll.

    Die Bürgerinitiative bringt einmal mehr den Wintersportort Ruhpolding ins Gespräch, wo gerade alle Anlagen für Biathlon und Langlauf erneuert werden. «Für die Biathlon-WM, die dort 2012 stattfindet, werden 16 Millionen Euro an Steuermitteln ausgegeben», heißt es in der Mitteilung der Antragsteller für das Bürgerbegehren. Sie befürchten ein hohes finanzielles Risiko für das hoch verschuldete Oberammergau, sollten dort Bauten für Olympia entstehen.

    Dies weist Bürgermeister Arno Nunn freilich zurück. Die dafür vorgesehenen gut 30 Millionen Euro belasteten den Haushalt der Kommune nicht, sagte der parteilose Rathauschef am Freitag. Im Gegenteil: «Wenn wir etwa den Bahnsteig verlängern oder eine neue Fußgängerbrücke bauen, müssen wir nur ein Drittel zahlen, den Rest steuern Bund und Land bei, obwohl wir nachhaltig davon profitieren.»

    Noch bis Ende kommender Woche verhandeln die Olympia-Manager mit den knapp 200 Oberammergauer Grundstücksbesitzern, die an die 400 Parzellen für die Sportstätten verpachten sollen. Nach jetzigem Stand weigert sich jeder fünfte von ihnen, seine Flächen zur Verfügung zu stellen. «Ohne die Grundbesitzer geht es aber nicht», meinte Nunn.

    Der Bürgermeister berichtet von einer kritischer werdenden Einstellung im Ort zu der Oberammergauer Bewerbung. Er will bei Teilen der Einheimischen gar eine «Generalablehnung gegenüber dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC)» ausgemacht haben.

    Binnen einer Woche wollen die Initiatoren nun die nötigen rund 400 Unterschriften in der gut 5000 Einwohner zählenden Gemeinde gesammelt haben. Dann muss innerhalb von drei Wochen über die Rechtmäßigkeit des Bürgerbegehrens entschieden werden. Der Gemeinderat kann mit einem Ratsbegehren und einer entgegengesetzter Fragestellung dagegenhalten. Der Bürgerentscheid müsste nach spätestens drei Monaten die Bürger an die Urnen rufen.

    Die Olympiagegner hoffen indessen, dass es erst gar nicht soweit kommt, sondern die Bewerbungsgesellschaft vorher einen Rückzieher macht. Oberammergaus Bürgermeister Nunn deutete an, dass im Hintergrund längst die Suche nach einem Alternativstandort läuft. Der könnte in Garmisch-Partenkirchen oder dessen unmittelbarer Nachbarschaft liegen, heißt es.

    Die Bewerbungsgesellschaft überraschen die Pläne in Oberammergau nicht. «Es ist seit langem klar, dass es in Oberammergau Eigentümer gibt, die ihr Grundstück nicht zur Verfügung stellen wollen. Deshalb hat die Bewerbungsgesellschaft an Alternativen für Biathlon und Langlauf zu Oberammergau gearbeitet», erklärte sie in einer Stellungnahme, «Oberammergau ist nicht der einzig mögliche Austragungsort». Die Olympiamacher in München erwarten bis 2. Juli dieses Jahres eine Entscheidung der Grundstückseigentümer.

    Das bisherige Konzept der Olympia-Bewerbungsgesellschaft sieht die Eis-Wettbewerbe in München und die Schnee-Wettbewerbe in Garmisch- Partenkirchen vor. Bob, Rodeln und Skeleton sind am Königssee geplant. Die Kosten für die ersten Olympischen Spiele seit München 1972 in Deutschland werden mit mehr als drei Milliarden Euro veranschlagt.

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