Archivierter Artikel vom 19.08.2011, 15:22 Uhr
Berlin

Arztsuche im Netz: Neues Info-Portal für Patienten

Ob Kniebeschwerden oder Kopfschmerzen: Einen guten Arzt zu finden ist nicht immer einfach. Viele hören auf Empfehlungen von Freunden und Bekannten. Auch Online kann man fündig werden: auf speziellen Arztsuchportalen.

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«Arztlotse»
Das neue Portal «Arztlotse» gibt Patienten die Möglichkeit, sich über Ärzte zu informieren und sie zu bewerten. (Bild: vdek)
Foto: DPA

Die Suche nach einem guten Arzt kann schwierig sein. Viele Patienten verlassen sich dabei auf Ratschläge aus ihrem Umfeld. «Die persönliche Empfehlung von Freunden oder Bekannten ist sicher immer noch der Hauptweg», sagt Kai Vogel, Gesundheitsexperte von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Mittlerweile hat sich noch eine andere Möglichkeit etabliert: Arztsuchportale im Internet.

Am Freitag (19. August) wurde in Berlin der «Arztlotse» des Verbands der Ersatzkassen (vdek) vorgestellt. Auf dem Portal können sich Patienten bei der Suche nach einem Arzt informieren – und die Mediziner und deren Praxis bewerten. Auf der Seite finden sich schon 150 000 Bewertungen von Patienten über Service, Organisation und Freundlichkeit des Praxis-Personals. Bewertet wird nach Schulnoten.

Daneben gebe es die Möglichkeit, seine Eindrücke und Erfahrungen frei zu formulieren, erklärte der vdek-Vorstandsvorsitzende Thomas Ballast. Für die Bewertung eines Mediziners ist – anders als bei dem kürzlich vorgestellten «Arzt-Navigator» der AOK und der Barmer GEK, bei dem für eine Veröffentlichung erst zehn Beurteilungen zusammenkommen müssen – keine Mindestzahl von Bewertungen vorgesehen. Nutzer müssen sich auch nicht registrieren und nicht bei einer Ersatzkasse versichert sein. «Schmähkritik» an dem behandelnden Arzt ist nicht zugelassen und wird von einem Team ausgebildeter Mitarbeiter ausgefiltert.

Grundsätzlich hält Gesundheitsexperte Vogel solche Arztsuchportale für «eine gute Sache». Sie seien zum Beispiel dann ein Ansatzpunkt, wenn man neu in einer Stadt ist und noch kaum jemanden kennt, den man um Auskunft bitten könnte.

«Die subjektiven Wertungen dort müssen für mich aber nicht das Richtige sein», schränkt Vogel ein. Denn nicht für jeden Patienten seien Angaben in Bezug auf Wartezeiten und die Bereitschaft des Arztes, zuzuhören, gleich wichtig. Außerdem sei zu bedenken, dass es oft Menschen mit negativen Erfahrungen seien, die dort Wertungen abgeben.

Vogel empfiehlt, bei der Online-Arztsuche darauf zu achten, wie viele Bewertungen vorliegen. «20 sind gut, 30 sind besser, um sich ein Bild machen zu können.» Wichtig sei auch, dass die Einträge nicht anonym erfolgen. Kein Grund zur Sorge sei, wenn der eigene Arzt nicht im Portal zu finden ist. Das sei kein schlechtes Zeichen.

Wer einen Spezialisten braucht, bekommt in der Regel eine Überweisung von seinem Hausarzt. «Der gibt oft einen Tipp oder macht gleich einen Termin aus», sagt Vogel. Denn bei Fachärzten wie Rheumatologen sei anders «nicht immer zeitnah» ein Termin zu bekommen. So etwas funktioniere aber nur, wenn Hausarzt und Patient ein gutes Verhältnis zueinander haben.

Der Verbraucherschützer rät davon ab, auf Werbeanzeigen für Arztpraxen zu vertrauen. Sinnvoller sei es, auf der Internetseite der für das eigene Bundesland zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung nachzuschauen. Dort seien Ärzte aller Fachrichtungen in Listen versammelt.

vdek-Arztlotse

AOK-Arztnavigator

Barmer-GEK-Arztnavi

Arztsuche auf «Weiße Liste»

BKK Bundesverband-Arztfinder