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Münster

Arbeit als Uni-Hilfskraft: Geld verdienen und lernen

dpa/tmn

Kopieren, recherchieren, korrigieren – das steht jeden Mittwochvormittag für Volker Handing auf dem Programm. Der 25-Jährige studiert Betriebswirtschaftslehre in Münster und arbeitet nebenbei als studentische Hilfskraft.

8,50 Euro bekommt er die Stunde. Allein fürs Geld macht er den Job aber nicht. Ihn reizt vielmehr, sich mit seinem Fach beschäftigen zu können und einen Einblick in den Hochschulbetrieb zu erhalten.

So wie Volker geht es den meisten Uni-Jobbern, hat Elke Middendorf vom Hochschul-Informations-System (HIS) in Hannover beobachtet. «Die machen das eher, um sich ein Netzwerk aufzubauen.» Wer Geld verdienen muss, arbeitet woanders. Schließlich spült ein klassischer Aushilfsjob Studenten stündlich im Schnitt 9 Euro in die Kasse. Studentische Hilfskräfte bekommen im bundesweiten Schnitt nur 8 Euro.

Spitzenverdiener unter den Uni-Jobbern sind die Berliner. Sie bekommen laut Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk in Berlin etwa 10 Euro. Aber auch wenn die Hilfskräfte – in Fachkreisen Hilfswissenschaftler oder kurz «Hiwis» genannt – schlechter bezahlt werden als studentische Kellner oder Taxifahrer, würde Grob immer eine Arbeit in der Uni vorziehen: «Das ist einer der besten Jobs, die man machen kann, weil man ja etwas für sich und sein Fach tut.»

Zu den Hauptaufgaben zählt es, Literatur für den Dozenten zu besorgen. Manchmal kopieren sie nur, manchmal bekommen sie Rechercheaufträge oder korrigieren wissenschaftliche Aufsätze. «Das Tätigkeitsspektrum ist irre breit», sagt Middendorf. Leider gehören auch eher öde Aufgaben zur Arbeit eines «Hiwis», wie Grob ergänzt: «Manchmal kann das ein Scheißjob sein. Im schlimmsten Fall muss er kopieren, im besten Fall ist er aktiv in die Forschung einbezogen.»

Kellnern wäre für Volker trotzdem keine Alternative. Schon das erste Jahr seiner Arbeit am Lehrstuhl hat ihm für sein Studium viel gebracht. Er habe zum Beispiel in Sachen Literaturrecherche dazugelernt, im Umgang mit Datenbanken und im wissenschaftlichen Arbeiten. Auch sonst hat das Arbeiten am Lehrstuhl Vorteile, findet Volker. So nehme allein die Tatsache, die Lehrenden persönlich zu kennen, einem die Angst, im Seminar Fragen zu stellen.

Freie Hilfskraft-Stellen werden meist am schwarzen Brett oder auf den Internetseiten eines Instituts ausgeschrieben. Die besten Aussichten haben in der Regel Bewerber, die auch im jeweiligen Fachbereich studieren. Uni-Hilfskräfte gibt es in zwei Versionen: Wissenschaftliche Hilfskräfte stehen eine Stufe über den studentischen Hilfskräften. Während die studentischen Jobber noch mitten im Studium sind, setzt eine Anstellung als wissenschaftliche Hilfskraft einen akademischen Abschluss voraus, erklärt Middendorf.

Die höhere Qualifikation schlägt sich auch in der besseren Bezahlung nieder: 10 Euro verdienen wissenschaftliche Mitarbeiter bundesweit im Schnitt. Dafür werden sie auch in der Lehre eingesetzt, korrigieren Klausuren oder übernehmen Tutorien – also Kurse zum Nachbereiten des Stoffs. Eines aber ist gleich: Der ideelle Lohn der Hilfskräfte. Er besteht im Wissen um Ansprechpartner, Institutsinterna und die Forschungspraxis. Das kann für manche ein Grundstein für die eigene berufliche Zukunft sein.

An der Uni jobben nur wenige

Nur etwa ein Viertel der erwerbstätigen Studenten ist an der Uni beschäftigt. Das hat das HIS ermittelt. Zugleich sind Hilfskräfte an Hochschulen meist Studenten: Sie machen mehr als 80 Prozent der Hilfskräfte aus. Der Unterschied zwischen wissenschaftlichen und studentischen Hilfskräften ist dabei eher schwammig, sagt Elke Middendorf vom HIS. Einige wüssten selbst nicht, welche der beiden Berufsbezeichnungen sie tragen.

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