Archivierter Artikel vom 22.06.2010, 14:46 Uhr

Annecy und Pyeongchang: Münchens Olympia-Rivalen

Lausanne (dpa). Annecy und Pyeongchang sind zusammen mit München die Kandidatenstädte für die Olympischen Winterspiele 2018:

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Annecy – Mont Blanc und wenig Aussicht

Annecy hat sich in der französischen Vorausscheidung um die Olympia-Bewerbung gegen Nizza, Grenoble und Pelvoux behauptet. Dennoch gilt die knapp 53 000 Einwohner große französische Universitätsstadt als Außenseiter für die Winterspiele und Paralympics 2018. Da dürfte auch die plakative Werbung mit dem höchsten Berg Europas nicht viel helfen: Um den Mont Blanc (4807 Meter) sollen 2018 unter anderem die Alpin-Wettbewerbe ausgetragen werden. Die Präsentation der Bewerbung bei den Winterspielen in Vancouver war die schwächste der Kandidaten.

In den französischen Alpen fanden 1992 zum letzten Mal Olympische Winterspiele statt: Der Gastgeber hieß Albertville. Frankreich war zuvor mit Chamonix (1924) und Grenoble (1968) schon zweimal Olympia-Ausrichter auf Eis und Schnee.

Pyeongchang – finanzstarkes Schwergewicht

Aller guten Dinge sind drei: Nach zwei Bewerbungs-Niederlagen gegen Vancouver (2010) und Sotschi (2014) nimmt Pyeongchang den dritten Anlauf. Die südkoreanische 46 000-Einwohner-Stadt gilt als starker und finanzkräftiger Kandidat, hinter dem der Weltkonzern Samsung steht. Als im Februar die Suspendierung von Lee Kun-he aufgehoben und der milliardenschwere Ex-Chef von Samsung wieder zum vollwertigen Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wurde, horchte man auch in München auf.

Pyeongchang, das übersetzt «Friede und Gedeihen» heißt, gilt als einer der heiligsten Orte Südkoreas. Die Stadt liegt auf 700 Metern Höhe im größten koreanischen Gebirgszug, dem Taebaek-Gebirge, und gilt als Wintersport-Zentrum mit Schnee von November bis April. Allerdings geriet die Biathlon-WM 2009 zum Desaster: Bilder von Loipen umgeben von Grün, Pannen, Doping-Fälle und Zuschauermangel waren alles andere als eine gelungene Werbung. Den Südkoreanern wurde vom IOC aber bei den ersten beiden Versuchen jeweils eine «exzellente Bewerbung» bescheinigt. Südkorea richtete 1988 die Olympischen Sommerspiele in Seoul aus.