Archivierter Artikel vom 06.07.2012, 08:35 Uhr

Andreas Nöthenzu den Missständen im Sozialverband VdK

Wie es so weit kommen konnte

Mainz – Es ist schon erschreckend: Beinahe täglich tun sich neue Abgründe im größten Sozialverband des Landes auf.

Und die bisher bekannten Vorwürfe konnte oder wollte Andreas Peifer bislang nicht entkräften. Im Gegenteil: Zum Thema VdK schlummern noch 60 (!) Aktenordner in der Landesgeschäftsstelle, an die sich bislang noch niemand herangetraut hat. An der Basis sorgt man sich um den Ruf, fühlt sich von der Landesspitze in Misskredit gebracht. Doch wie konnte es so weit überhaupt kommen? Ein Grund ist sicher, dass die Orts- und Kreisverbände dem Landesvorstand um Sonnenkönig Andreas Peifer viel zu lange viel zu viel unreflektiertes Vertrauen entgegen gebracht haben, ohne Dinge kritisch zu hinterfragen. Doch dass das Vertrauen dermaßen missbraucht wurde, dürfte auch für Pessimisten schwer vorstellbar gewesen sein.

Doch entscheidender ist die erschreckende Perfektion, mit der das System Peifer so lange so unbehelligt funktionieren konnte. Diese basiert zum einen auf Werkzeugen, wie man sie nur aus totalitären Regimen kennt: Druck, Angst, Überwachung. Zum anderen ist es Peifer gelungen, sämtliche Gremien mit Abnickern und Ja-Sagern zu durchsetzen, die ihm dabei halfen, seine Vorstellungen durchzubekommen, notfalls und immer öfter über die Satzung und Kontrollinstanzen hinweg. Das muss sich schnellstens ändern.