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    Alles frisch: Der Baron auf dem Campus liefert Mensa-Alternative

    Mainz -  Die „Bierbarone“ sind sesshaft geworden: Mit dem eigenen Restaurant bieten sie Küche, Kneipe und Kultur.

    Sebastian Dany am Zapfhahn in seinem „Baron“. Der 36-Jährige ist einer der beiden Betreiber des Restaurants auf dem Uni-Campus.
    Sebastian Dany am Zapfhahn in seinem „Baron“. Der 36-Jährige ist einer der beiden Betreiber des Restaurants auf dem Uni-Campus.
    Foto: Bernd Eßling

    Mit einem alten VW-Bus haben sie den Mainzern einst das Bier nachts an die Haustür gebracht. Mittlerweile sind aus den beiden "Bierbaronen" Pierre Scherner (33) und Sebastian Dany (36) Geschäftsleute geworden. Sie betreiben zwar immer noch den Nachtlieferservice für Getränke, haben aber seit einem Jahr ein eigenes Restaurant auf dem Uni-Campus: Der Baron - in den Räumen der ehemaligen Taberna Academica in der Alten Mensa - ist eine Mischung aus Kneipe, Café, Restaurant und Kulturplattform.

    Der Plan ist aufgegangen

    Eine Alternative zur Uni-Mensa, zur Großküche mit Massenproduktion - das sollte der Baron sein. Der Plan von Dany und Scherner, damals waren beide noch Studenten, ist aufgegangen. Vor allem Studenten und Bedienstete der Uni, aber auch Gäste aus Bretzenheim und dem Münchfeld gehen im Baron ein und aus. Und nach 05-Spielen profitieren die Betreiber sowieso von der Laufkundschaft.

    Hinzu kommt: Auf dem Campus gibt es keine Probleme mit lärmgeplagten Anwohnern. Auf der Wiese vor dem Restaurant wird im Sommer bis spätabends bewirtet. Mit der Bilanz des ersten Jahres sind die beiden Gastronomen zufrieden. Dany: "Wir haben im vergangenen Jahr viel mehr Umsatz gemacht als gedacht, hatten aber auch mehr Kosten."

    Damit die Schlagworte frisches, gesundes und nachhaltiges Essen, mit denen sich der Baron schmückt, keine leere Worthülse bleiben, haben sich die beiden Inhaber Standards gesetzt: Auf Käfigeier, Formvorderschinken oder Glutamat wird komplett verzichtet, das Hausdressing ist laktosefrei, es gibt immer vegetarische Gerichte, meistens sogar veganes Essen. "Gesunde Ernährung und die Mechanismen der Nahrungsmittelindustrie - das waren für uns schon immer Themen, sagt Dany."

    Alles frisch auf den Tisch

    Convenience-Food, also vorbereitete Lebensmittel oder tiefgekühlte Speisen aus dem Großmarkt kommen im Baron nicht auf den Tisch. So wird etwa Gemüsebrühe, die als Grundlage für Suppen und Soßen dient, frisch zubereitet, und nicht aus dem Brühwürfel gewonnen. Jeden Abend liefert ein Gemüsehändler Ware zum Baron, wenn möglich wird beim Bauern eingekauft. "Wir wollen einfach zeigen: Es geht auch so - auch wenn es viel Arbeit ist", sagt Dany.

    Mit Küchenchef Michael Schieferstein, der vier Jahre in der Alten Patrone kochte, haben Dany und Scherner einen überzeugten Mitstreiter gewonnen. "Wir sind stolz, dass wir Schieferstein als Küchenchef haben", sagt Dany. "Er setzt das Prinzip, gute Qualität und simple Speisen, so um, wie wir es uns vorgestellt haben." Und damit nicht genug: Auch kulturell tut sich im Baron einiges: Lesungen, kleine Konzerte, Partys, DJs. Eine Konkurrenz zum benachbarten Kulturcafé gebe es nicht, sagt Dany. Man stimme sich ab.

    Lange Suche nach geeigneten Räumen

    Zwei Jahre hat der 36-Jährige mit seinem Partner nach geeigneten Räumen für ihr Restaurant gesucht. Auch die Verhandlungen mit der Uni liefen damals zäh. Mehrmals mussten Businessplan und Konzept geändert und überarbeitet werden. Schließlich hat sich die Uni doch für Scherner und Dany entschieden.

    In vielen Nachtschichten haben die beiden die Räume komplett renoviert. Herausgekommen ist ein heller Café- und Thekenraum und ein recht schlichter, fast ein bisschen spartanischer Speiseraum mit Holztischen und -stühlen, an den sich eine Kaminecke anschließt. Draußen und drinnen gibt es Platz für jeweils 150 Gäste.

    Dany und sein Partner teilen sich den Dienst im Baron auf, einer ist tagsüber da, der andere übernimmt die Abendschichten. Das Politikstudium hat der 36-jährige Dany, mittlerweile Vater von zwei Kindern, längst an den Nagel gehängt. Vollkommen glücklich sei er damit trotzdem oder vielleicht gerade deswegen. Denn in die Zukunft schaut er nach dem ersten Jahr optimistisch: "Eigentlich heißt es in der Gastronomie immer: Wenn man das erste Jahr gut geschafft hat, dann geht es weiter."

    Andrea Wagenknecht

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