Archivierter Artikel vom 19.08.2011, 15:22 Uhr

Aktienbesitzer sollten besonnen bleiben

Frankfurt/Main (dpa/tmn) – Erst fallen die Kurse kräftig, dann steigen sie etwas, dann fallen sie wieder. Aktienbesitzer brauchen derzeit starke Nerven. Schnell zu verkaufen, bevor der DAX weiter nachgibt, scheint naheliegend. Aber es ist nicht die einzig wahre Strategie.

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Turbulente Zeiten
Turbulente Zeiten an den Börsen: Aktienbesitzer sollten besonnen bleiben und ihre individuelle Situation prüfen. (Bild: dpa)
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An den weltweiten Aktienmärkten ist die Verunsicherung derzeit groß. Konjunktursorgen und Schuldenkrisen führen seit Wochen zu stark fallenden Kursen. «Aktienbesitzer sollten aber besonnen bleiben», sagt Franz-Josef Leven vom Deutschen Aktieninstitut in Frankfurt. Ausschlaggebend für einen Verkauf sollten nicht allein die Kursverluste sein. Zu prüfen ist immer auch, wie die individuelle Situation ist.

«Wer das in Aktien angelegte Geld in den nächsten Jahren nicht braucht, kann die Krise gelassen aussitzen», erklärt Leven. Auch wenn die Sorgen um die Wirtschaftsentwicklung und die hohen Staatsschulden derzeit groß seien, sollten Aktienbesitzer in diesem Fall Nervenstärke beweisen. «Dass die Kurse wieder steigen werden, ist klar», sagt Leven. «Die Frage ist nur wann.»

Schwieriger sei die Situation für Anleger, die ihr Geld in nächster Zeit brauchten. Aufgrund der stark schwankenden Kurse sei es schwer, den richtigen Zeitpunkt für einen Ausstieg zu finden. «Das ist auch für Profis fast unmöglich.»

Für Anleger, die noch keine Aktien besitzen, könne die derzeitige Situation aber auch Chancen bieten, erklärt Leven. Zeiten, in denen die Kurse nach unten gehen, böten sich auch für einen Einstieg an. «Sie fahren ja auch an die Tankstelle, wenn die Benzinpreise gesunken sind», gibt der Experte zu bedenken.

Allerdings sollten sich Anleger das Unternehmen, in das sie investieren wollen, gut aussuchen. Zudem investiert man besser nie das gesamte Vermögen. «Man sollte immer nur soviel anlegen, dass man noch ruhig schlafen kann», erklärt Leven. Wichtig sei es daher, dass Anleger das entsprechende Geld in den kommenden Jahren nicht für andere Dinge benötigten. Denn nur so könnten Aktienbesitzer schwache Kurse aussitzen.