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Berlin

Abgeltungsteuer erspart Papierkram oft nicht

Die Abgeltungsteuer soll die Besteuerung von Kapitaleinkünften grundsätzlich vereinfachen. In diesem Jahr wird die Regelung zum erstmals in der Steuererklärung relevant. Vielen wird wegen zahlreicher Ausnahmen der Papierkram aber nicht erspart bleiben.

Anlage KAP
Dieses Jahr ist die Abgeltungsteuer zum ersten Mal in der Steuererklärung zu beachten: Ausnahmen machen das Ausfüllen der Anlage sinnvoll. (Bild: dpa/tmn)

Grundsätzlich müssen Dividenden oder Zinsen jetzt nicht mehr in der Einkommensteuererklärung angegeben werden, erklärt Marlies Spargen vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) in Berlin. «Kapitalerträge über dem Sparerpauschbetrag sind seit 2009 grundsätzlich durch die Abführung der Abgeltungsteuer durch die Banken 'abgegolten'. Die Angabe dieser Einnahmen entfällt damit.» Auf Beträge über dem Sparerpauschbetrag von 801 Euro pro Person fallen 25 Prozent Steuern an. Es gibt aber viele Ausnahmen und Sonderregeln, die ein Nacharbeiten bei der Veranlagung notwendig machen.

«Die Abgeltungsteuer mit ihrem pauschalen Steuersatz hat nicht immer abgeltende Wirkung. Und der pauschale Steuersatz gilt nicht immer», sagt Anita Käding, Referentin für Steuerrecht beim Bund der Steuerzahler in Berlin. Einige Kapitalerträge könnten außerdem nicht direkt an der Quelle besteuert werden. Das gelte beispielsweise für Kapitalerträge, die ein Anleger bei ausländischen Banken erzielt hat.

Und auch wenn man etwa ein Privatdarlehen an ein Familienmitglied vergeben und dafür Zinsen kassiert hat, muss man diese später bei der Steuererklärung angeben, erläutert Nora Schmidt-Keßeler, Hauptgeschäftsführerin der Bundessteuerberaterkammer in Berlin. «Wer kirchensteuerpflichtig ist und seine Bank nicht entsprechend informiert hat, so dass die Kirchensteuer beim Abzug der Abgeltungsteuer nicht berücksichtigt worden ist, muss für Zwecke der Kirchensteuer die einbehaltene Kapitalertragssteuer in der Steuererklärung angeben», fügt sie hinzu.

Lohnen kann sich auch eine freiwillige Auflistung aller Kapitalerträge. «Die freiwillige Angabe der Kapitalerträge kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn es steuermindernde Tatbestände gibt, die vom Kreditinstitut bisher nicht berücksichtigt worden sind.» Dabei könne es sich um einen Verlustvortrag handeln, um einen noch nicht ausgeschöpften Sparer-Pauschbetrag oder um noch nicht berücksichtigte ausländische Steuern.

Auch für Geringverdiener mit Kapitaleinkünften kann sich der Papierkram bezahlt machen. Wenn ihr persönlicher Einkommensteuersatz unter 25 Prozent liegt – dem Pauschal-Satz der Abgeltungsteuer -, gilt der niedrigere Satz für sie. Allerdings wird das nicht automatisch vom Finanzamt geprüft, sondern muss beantragt werden.

Eine Besonderheit gilt für Anlageprodukte, die vor dem Jahr 2009 gekauft wurden. Für sie gilt weiter die alte Regelung, nach der die Papiere steuerfrei bleiben, wenn sie mindestens ein Jahr gehalten wurden – das besagte die frühere «Spekulationsfrist». Investoren sollten daher unbedingt darauf achten, die alten Papiere im Depot von den Neuzukäufen fein säuberlich zu trennen, rät Spargen: «Es ist empfehlenswert, Alt- und Neubestände in gesonderten Depots zu verwalten.»

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