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Kopenhagen

Überflüssig-Historie: Wechsel-Orgie und Dänen-Wut

dpa

Der Termin stört alle, aber das Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist nicht die einzige eigenwillige Partie in der jüngeren DFB-Länderspiel-Geschichte.

Ob Franz Beckenbauers Wechsel-Orgie vor der WM 1990 oder Erich Ribbecks «Wunderteam» beim Confed-Cup 1999 – seltene Team-Zusammenstellungen sorgten schon oft für Gesprächsstoff. Zum dritten Mal trifft es die Dänen. Sie waren schon vor 20 Jahren kurz vor der WM in Italien bei Beckenbauers großem Kader-Check die Leidtragenden. Und 2007, wenige Tage nach dem deutschen Sieg in der WM-Qualifikation gegen Tschechien, hatte Joachim Löw ebenfalls eine B-Elf aufgeboten.

WECHSEL-ORGIE: Es hätte nur noch die Einwechslung des Zeugwarts oder des Mannschaftsarztes gefehlt. Bei einer beispiellosen Wechselei bringt Teamchef Franz Beckenbauer bei der WM-Generalprobe 21 Spieler – einzigartig in der deutschen Länderspiel-Geschichte. Nur Guido Buchwald spielt durch und nur Bodo Illgner bleibt auf der Ersatzbank. Kölns Abwehrrecke Paul Steiner kommt zu seinem einzigen Länderspiel- Einsatz. Die Dänen als Gegner fühlen sich damals «verhöhnt». Ach ja, Rudi Völler ist der Siegtorschütze im letzten Spiel vor der WM in Italien, wo Deutschland wenige Wochen später Weltmeister wird.

ABSAGEN-FLUT: Keiner will oder darf zum Confederations Cup nach Mexiko, Trainer Ribbeck steht bei der Nominierung unter der Vereins-Knute. Neben gestandenen Leuten wie Lothar Matthäus oder Christian Wörns kommen Aushilfs-Nationalspieler wie Ronald Maul, Mustafa Dogan und Heiko Gerber zu ihren einzigen Länderspiel- Einsätzen. Nach Niederlagen gegen Brasilien und die USA sowie einem Sieg gegen Neuseeland gibt es aus dem Ausland Hohn und Spott für das deutsche Team. «Man wird inzwischen gefragt, auch wenn ihr nicht mit der besten Garnitur gekommen seid, müsst ihr doch Spieler haben, die den Ball stoppen können», schildert Beckenbauer.

RUMÄNIEN-GRAUSEN: Die Innenverteidiger Carsten Ramelow und Jens Jeremies sind im April 2004 völlig überfordert. Trotz Problemen in seinem Kader nominiert Teamchef Rudi Völler bis auf Torwart-Debütant Timo Hildebrand keinen Spieler nach, damit die auch für die EM vorgesehene Gruppe unter sich bleibt. «Das ist mir eine Lehre, das wird mir in dieser Form nicht mehr passieren», erklärt der Teamchef, der sich Stunden zuvor beim desaströsen 1:5 in Bukarest wie nie zuvor in seiner fast vierjährigen Amtszeit verzockt hatte.

ADVENTS-AUSFLUG: Bundestrainer Jürgen Klinsmann lobt, dass sich die Reise «enorm gelohnt hat – vor allem für die Entwicklung der Gemeinschaft». Es gab aber sicher schon günstigere Zeitpunkte für Länderspiel-Reisen, als den kurz vor Weihnachten 2004. Im Smog von Bangkok gab es ein 5:1, in Japan ein 3:0 und in Südkorea ein 1:3 – die erste Niederlage unter Klinsmann. Mit dabei sind die Neulinge Marco Engelhardt und Christian Schulz, der im August 2010 den Notnagel spielen darf.

DÄNEN-ÄRGER: Wenige Tage nach dem Sieg in der EM-Qualifikation gegen Tschechien schickt Bundestrainer Joachim Löw Anfang 2007 eine B-Elf in das Länderspiel gegen Dänemark. Die Skandinavier gewinnen 1:0. Mit im deutschen Team dabei: Alexander Madlung, Roberto Hilbert und Jan Schlaudraff. Für die Wut und Pfiffe der Zuschauer gegen seine wild zusammengewürfelte «Bubi-Elf» hat Löw kein Verständnis. Dänen-Coach Morten Olsen fühlt sich verschaukelt, Löw entgegnet barsch: «Wir sind doch nicht dafür da, andere Trainer zufriedenzustellen.»

SOMMER-REISE: Wieder ein fragwürdiger Zeitpunkt für einen Länderspiel-Trip. Gleich im Anschluss an die Bundesliga-Saison 2008/09 geht's nach Shanghai und Dubai. In Dubai holt die Notelf ein leichtes 7:2, zuvor beim 1:1 in China gibt es sogar Pfiffe. «Die Reise hat sich gelohnt, weil wir ein paar wichtige Erkenntnisse gewonnen haben», findet Löw jedoch. Die Spieler aber freuen sich vor allem über den Urlaub nach der schweißtreibenden Reise. «Die Saison war sehr kräftezehrend», sagte der mehrfache Torschütze Mario Gomez. Mit an Bord: Robert Huth und Christian Gentner.

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