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    Berlin

    Änderungen bei Lebensversicherungen – Was Kunden wissen müssen

    Die Bundesregierung plant ein Reformpaket für Lebensversicherer. Alt-Kunden müssen sich auf Einbußen einstellen. Was sie jetzt wissen sollten, erklärt hier der Verbraucherschützer Niels Nauhauser.

    Reformpaket für Lebensversicherer
    Die unter den extremen Niedrigzinsen leidenden Lebensversicherer sollen mit einem Maßnahmen-Paket stabilisiert und damit ein Großteil der Verbraucher gestärkt werden.
    Foto: Arno Burgi - DPA

    Kunden von Lebensversicherungen müssen sich auf Änderungen einstellen. Weil die anhaltend niedrigen Zinsen es vielen Unternehmen immer schwerer machen, ihre Zusagen aus früheren Jahren einzuhalten, soll unter anderem der Garantiezins zum 1. Januar 2015 für Neuverträge gesenkt werden: von derzeit 1,75 auf dann 1,25 Prozent. Geplant ist zudem, stille Reserven der Versicherer zwischen Alt- und Neukunden anders zu verteilen.

    «Von diesen Änderungen sind nahezu alle Kunden betroffen», kritisiert Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. «Sofort spürbar sind die Auswirkungen besonders bei jenen Kunden, deren Lebensversicherung in Kürze fällig wird.» Diese müssten damit rechnen, dass sich ihre Auszahlungssumme deutlich reduziert. «Die Bewertungsreserven können bei einer Auszahlung über 50 000 Euro durchaus bei 2000 bis 4000 Euro liegen», erklärt der Finanzexperte.

    Ob es sich lohnt, sofort aus dem Vertrag auszusteigen oder nicht, hängt vom Einzelfall ab. «In unserer Beratungspraxis haben wir die unterschiedlichsten Fallkonstellationen gesehen», erläutert Nauhauser. «In einigen Fällen lohnt sich eine Kündigung, weil die Kunden heute mehr herausbekommen würden als bei Vertragsablauf.» In anderen Fällen lohne sich die Kündigung nicht.

    Kunden sollten daher versuchen, bei ihrem Versicherer Informationen einzuholen. Das Problem: «Viele Kunden erhalten selbst auf Anfrage keine klaren Informationen», hat Nauhauser beobachtet. «Eine vernünftige Entscheidung ist praktisch unmöglich.» Sinnvoll könne es daher sein, sich unabhängig beraten zu lassen, etwa von einem Versicherungsberater. «Viel Zeit bleibt aber nicht», sagt Nauhauser. Denn das Gesetz soll noch in diesem Sommer beschlossen werden.

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