Berlin

L'amour toujours

368 Polizeieinsätze nach rassistischen Parolen zu Partyhit

Von dpa
Punks demonstrieren nach Rassismus-Eklat auf Sylt
Ein Polizeiwagen steht gegenüber des Pony Club in Kampen, wo eine kleine Gruppe von Punks hat eine Mahnwache nach dem Rassismus-Eklat auf Sylt eingerichtet hat. (zu dpa: «368 Polizeieinsätze nach rassistischen Parolen zu Partyhit») Foto: Bodo Marks/DPA

Im Mai hatten Party-Gäste auf Sylt rassistische Parolen zu einem Partyhit gegrölt. Ein Video davon sorgte bundesweit für Empörung. Doch es ist bei weitem nicht der einzige Vorfall dieser Art.

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Berlin (dpa). Die Polizei ist einem Medienbericht zufolge in den vergangenen Monaten wegen rassistischer Parolen zum Partyhit «L'amour toujours» zu knapp 370 Einsätzen gerufen worden. Wie eine Umfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) in den Bundesländern ergab, wurden die Ordnungshüter zwischen Oktober 2023 und Juni 2024 in mindestens 368 Fällen eingeschaltet, weil zur Melodie des Liedes von Gigi D’Agostino die Parole «Deutschland den Deutschen, Ausländer raus» gesungen wurde.

Von den Landeskriminalämtern (LKA) wurden demnach dabei sowohl Vorfälle auf öffentlichen Volksfesten und in Diskotheken erfasst, als auch auf privaten Feiern und mehrfach an Schulen.

Nach Rassismus-Eklat – Mahnwache auf Sylt
„Sylt oben links nicht rechts“ steht auf einem Plakat, dass eine Frau bei einer Mahnwache am 26.05.2024 auf Sylt in der Hand hält. (zu dpa: «368 Polizeieinsätze nach rassistischen Parolen zu Partyhit»)
Foto: Lea Sarah Albert/DPA

Dem RND-Bericht zufolge wurden die meisten Fälle aus Nordrhein-Westfalen gemeldet: Von November 2023 bis einschließlich Juni 2024 wurde laut LKA 96 Mal die Polizei gerufen, weil beim Abspielen des Liedes etwa verfassungsfeindliche Äußerungen gemacht wurden. Bayern und Sachsen waren demnach die einzigen Bundesländer, die keine Angaben darüber machen konnten.

Ein kurzes Video von einer Party in einem Lokal auf Sylt hatte im Mai bundesweit Empörung ausgelöst, weil Gäste zu «L’amour toujours» die rassistischen Parolen gegrölt hatten. Seitdem häuften sich Berichte von ähnlichen Vorfällen.

© dpa-infocom, dpa:240710-930-169716/1